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	<title>Christian Otto Deeskalationstraining</title>
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	<title>Christian Otto Deeskalationstraining</title>
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	<item>
		<title>IGPmagazin &#124; März 2017</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/igpmagazin-maerz-2017/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 16:26:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt im Job: Viele Pflegekräfte schweigen aus Scham https://www.igp-magazin.de/gewalt-im-job-viele-pflegekraefte-schweigen-aus-scham/ Ein Patient kratzt, droht oder beißt: Viele Pflegekräfte haben so etwas schon einmal erlebt. Für die Betroffenen ist das unangenehm. Nach besonders schlimmen Vorfällen will mancher gar nicht mehr zur Arbeit gehen. Wie geht man mit so etwas am besten um? Es ist nach wie vor [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/igpmagazin-maerz-2017/">IGPmagazin | März 2017</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Gewalt im Job: Viele Pflegekräfte schweigen aus Scham</h2>



<p><a href="https://www.igp-magazin.de/gewalt-im-job-viele-pflegekraefte-schweigen-aus-scham/">https://www.igp-magazin.de/gewalt-im-job-viele-pflegekraefte-schweigen-aus-scham/</a></p>



<p><strong>Ein Patient kratzt, droht oder beißt: Viele Pflegekräfte haben so etwas schon einmal erlebt. Für die Betroffenen ist das unangenehm. Nach besonders schlimmen Vorfällen will mancher gar nicht mehr zur Arbeit gehen. Wie geht man mit so etwas am besten um?</strong></p>



<p>Es ist nach wie vor ein Tabu: Alten- und Krankenpfleger erleben immer wieder Gewalt am Arbeitsplatz. Manchmal drohen Patienten, mitunter werden sie aber auch handgreiflich. „Viele schweigen nach so einem Vorfall“, sagte&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deeskalationstrainer Christian Otto</a>&nbsp;im Gespräch. Er coacht etwa das Personal in Altenheimen zum&nbsp;Thema. Die Betroffenen schämen sich, und viele haben auch die Sorge, etwas falsch gemacht zu haben. Dabei ist es seiner Erfahrung nach wichtig, sich mit den Kollegen zu besprechen. Das entlastet, und gemeinsam lässt sich auch häufig besser analysieren, woran es in der bestimmten Situation gelegen hat, dass es so weit kommen konnte.</p>



<p>Gefragt sind aber auch die Vorgesetzten. Häufig komme es zu solchen Situationen, wenn die Abteilung völlig überlastet und die Zeit knapp ist, sagte Otto. Gibt es dann Schwierigkeiten mit einem Patienten, weil der zum Beispiel deutlich länger für etwas braucht, als dafür Zeit eingeplant war, wird das Personal ungeduldig – und der Patient wiederum wertet das als mangelnde Wertschätzung. Dann kann die Situation eskalieren. Die Vorgesetzten sollten deshalb dafür sorgen, dass der Dienstplan von Anfang an verhindert, dass es solche Überlastungssituationen gibt.</p>



<p>Kommt es zu einem Übergriff, sollten sich Betroffene nicht scheuen, das Thema mit psychologischer Hilfe aufzuarbeiten. Das verhindert mitunter, dass sie ein Trauma entwickeln. Arbeitnehmer könnten sich etwa an die Berufsgenossenschaft wenden, riet Otto.</p>



<p>Wer sich für das Thema interessiert, findet Tipps zum Thema auch in einer neuen Broschüre der<a href="https://www.bgw-online.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&nbsp;Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege</a>&nbsp;unter&nbsp;<a href="https://www.dpa-news.de/www.bgw-online.de/gewalt">www.bgw-online.de/gewalt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Westdeutsche Zeitung &#124; 20.05.2013</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/westdeutsche-zeitung-20-05-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 16:21:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rheinbahn: Umgang mit aggressiven Betrunkenen https://www.wz.de/politik/rheinbahn-umgang-mit-agressiven-betrunkenen_aid-29985905 Im Umgang mit aggressiven Betrunkenen ist Vorsicht geboten. Der Selbstschutz hat dabei oberste Priorität. Von Stefan Kreidewolf Düsseldorf.&#160;Eine Szene in der Düsseldorfer Rheinbahn am Mittwochabend. Die Straßenbahn ist fast leer, vier Fahrgäste freuen sich, bald zu Hause zu sein. Wäre da nicht der stark angetrunkene Mann, der die Mitreisenden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/westdeutsche-zeitung-20-05-2013/">Westdeutsche Zeitung | 20.05.2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Rheinbahn: Umgang mit aggressiven Betrunkenen</h2>



<p><a href="https://www.wz.de/politik/rheinbahn-umgang-mit-agressiven-betrunkenen_aid-29985905">https://www.wz.de/politik/rheinbahn-umgang-mit-agressiven-betrunkenen_aid-29985905</a></p>



<p><strong>Im Umgang mit aggressiven Betrunkenen ist Vorsicht geboten. Der Selbstschutz hat dabei oberste Priorität.</strong></p>



<p>Von Stefan Kreidewolf</p>



<p><strong>Düsseldorf.&nbsp;</strong>Eine Szene in der Düsseldorfer Rheinbahn am Mittwochabend. Die Straßenbahn ist fast leer, vier Fahrgäste freuen sich, bald zu Hause zu sein. Wäre da nicht der stark angetrunkene Mann, der die Mitreisenden anpöbelt. Erst als ein Fahrgast mit der Polizei droht, verschwindet er. Szenen wie diese sind keine Seltenheit im öffentlichen Raum, vor allem wenn Alkohol im Spiel ist. Doch wie verhalten sich Opfer und Zeugen bei Übergriffen richtig?</p>



<p>Die Rheinbahn rät, den Fahrer zu informieren. „Im ersten Wagen einer Bahn kann man den Fahrer direkt ansprechen, im zweiten Wagen per Notruftaste“, sagt Pressesprecherin Heike Schuster. Dieser kann dann Hilfe rufen.</p>



<p>Wem das zu lange dauert — etwa weil die Situation zu brenzlig wird — muss abwägen: „Nie selber in Gefahr bringen und abschätzen, ob man der Situation gewachsen ist“, sagt Frank Scheulen, Pressesprecher des Landeskriminalamts NRW.</p>



<p>Zwischen streitende Kinder können Dritte dazwischengehen, schon bei Jugendlichen werde es schwierig. „Man weiß nie, wie sich die Situation entwickelt und ob Waffen im Spiel sind.“ Körperliche Auseinandersetzungen rät Scheulen nur erfahrenen Kampfsportlern. „Versuchen sie nicht den Helden zu spielen. Besser ist es, eine Front von vier bis fünf Personen gegen den Täter zu bilden. „Auf der Suche nach Unterstützung hilft nur eine gezielte Ansprache“, sagt Scheulen. „Sie da in der roten Jacke, verständigen sie die Polizei“ sei besser als ein unbestimmter Hilferuf.</p>



<p>Auf keinen Fall sollten Hilfsmittel wie Pfefferspray verwendet werden. „Diese kann im Zweifelsfall keiner schnell und handhabungssicher benutzen“, sagt Scheulen. Es bestehe die Gefahr, dass der Täter weiter provoziert werde.</p>



<p>Wo es nicht möglich ist eine Gruppe von Unterstützern zu gewinnen, sollen Beteiligte oder Opfer die Polizei rufen und sich die Merkmale des Täters für eine spätere Beschreibung einprägen. Wichtig ist laut Scheulen auch die Körpersprache: „Eine breite Brust ist besser als der eingezogene Kopf.“ Dem Täter sollte auch auf Augenhöhe begegnet werden. „Weisen sie ihn freundlich und bestimmt auf den verstoß hin“, sagt Christian Otto, Deeskalationstrainer aus Düsseldorf. Dazu gehöre auch das Siezen. „Kritisiere nicht den Menschen, sondern seine Regelüberschreitung“, ist ein weiterer Tipp des Sozialpädagogen. Auch bei Obdachlosen und Drogenabhängigen helfe es, wenn man ihnen mit Respekt begegne. Mit etwas Rückendeckung sei es auch möglich, ein Opfer aus der Situation herauszuholen. „Gehen sie hin, sprechen sie das Opfer mit einem Namen an, auch wenn sie den Richtigen gar nicht kennen“, sagt Otto. Unter dem Vorwand, dem Opfer etwas zeigen oder sagen zu wollen, könne die brenzlige Situation aufgelöst werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/westdeutsche-zeitung-20-05-2013/">Westdeutsche Zeitung | 20.05.2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<title>Spiegel &#124; 23.05.2013</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/spiegel-23-05-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 16:06:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Man sollte sehen, dass man wegkommt&#8220; https://www.spiegel.de/karriere/gewalttaetige-uebergriffe-am-arbeitsplatz-a-900578.html Schlagen, kratzen, beißen &#8211; Attacken und Übergriffe sind in Risikojobs nicht selten. In Trainings lernen Busfahrer, Verkäufer oder Krankenschwestern brenzlige Situationen zu meistern. Deeskalation mit kühlem Kopf ist gut, manchmal aber hilft nur noch eines: nichts wie weg. Silvia Neumeier (Name geändert) wollte eigentlich nur einen neuen Patienten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/spiegel-23-05-2013/">Spiegel | 23.05.2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Man sollte sehen, dass man wegkommt&#8220;</h2>



<p><a href="https://www.spiegel.de/karriere/gewalttaetige-uebergriffe-am-arbeitsplatz-a-900578.html">https://www.spiegel.de/karriere/gewalttaetige-uebergriffe-am-arbeitsplatz-a-900578.html</a></p>



<p>Schlagen, kratzen, beißen &#8211; Attacken und Übergriffe sind in Risikojobs nicht selten. In Trainings lernen Busfahrer, Verkäufer oder Krankenschwestern brenzlige Situationen zu meistern. Deeskalation mit kühlem Kopf ist gut, manchmal aber hilft nur noch eines: nichts wie weg.</p>



<p>Silvia Neumeier (Name geändert) wollte eigentlich nur einen neuen Patienten begrüßen. Doch das hatte der Patient, ein älterer Herr, offenbar nicht erwartet. &#8222;Er holte mit der Hand aus und kratzte mir mit dem Fingernagel die Lippe auf&#8220;, sagt die Krankenschwester. Auf der psychiatrischen Station einer Thüringer Klinik erlebt sie immer wieder, dass Patienten aggressiv werden.</p>



<p>Attacken kennt sie schon aus ihrem vorherigen Job in der Behindertenbetreuung. &#8222;Ich war vor einer Operation bei einem Anästhesie-Gespräch dabei, da hat mich der Patient gekratzt und gekrallt&#8220;, erzählt Neumeier. Als Krankenschwester gehört sie zu einer Gruppe, in der es häufiger als in anderen Berufen zu gewalttätigen Übergriffen von Patienten oder Kunden kommt.</p>



<p>2011 gab es bei ihren Kollegen in ganz Deutschland 292 meldepflichtige Arbeitsunfälle durch &#8222;Gewalt, Angriff oder Bedrohung durch betriebsfremde Personen&#8220;, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) meldete. Darunter fallen laut Statistik nur Übergriffe, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder gar zum Tod führen. Kleinere Übergriffe wie bei Silvia Neumeier sind da noch nicht mitgezählt.</p>



<p><strong>Die meisten Angriffe erlebten</strong>&nbsp;<strong>Verkäufer</strong></p>



<p>Krankenschwestern und Pfleger sind keineswegs allein mit dem Problem: 2011 wurden insgesamt fast 6000 Übergriffe gemeldet; die meisten erlebten Verkäufer. Laut der DGUV sind sie jedoch nicht besonders gefährdet &#8211; es sei nur ein Beruf, in dem besonders viele Menschen arbeiten. Daneben tauchen in der Statistik auch Taxifahrer, Rettungskräfte, Freizeit- und Wellnesspersonal, Wach- und Sicherheitsleute, Polizisten und Schaffner oder Lokführer auf.</p>



<p>In vielen Berufen mit intensivem Kontakt zu Kunden, Patienten oder Klienten kennen Angestellte das Risiko von Beleidigungen oder massiven körperlichen Attacken. Auch Mitarbeiter von Jobcentern erleben das immer wieder. Ein drastischer Fall ereignete sich im September 2012, als ein 52-Jähriger in Neuss in Nordrhein-Westfalen mit einem Messer auf eine Mitarbeiterin des Jobcenters einstach, die an den Verletzungen starb.</p>



<p>Wie lassen sich solche Übergriffe vermeiden? Viele fordern für die Mitarbeiter dann Glaswände als Schutz. Laut Christian Otto geht es jedoch vor allem darum, ganz natürliche Instinkte wieder zu aktivieren. Der Sozialpädagoge bietet seit 2004 bundesweit Deeskalationstrainings  an.</p>



<p><strong>&#8222;Nicht in die Opferhaltung gehen&#8220;</strong></p>



<p>Ist die Situation weniger dramatisch, können die richtige Körperhaltung und Sprache für Entspannung sorgen. &#8222;Man sollte immer vermeiden, in die Opferhaltung zu gehen, sich kleinzumachen und ängstlich zu schauen&#8220;, so Otto. Von oben herab dürften Mitarbeiter dann aber auch nicht reden.</p>



<p>Mitunter empfinden Angreifer dann schon den Gebrauch von Fachwörtern als provozierend. Und die Aufforderung, ruhig zu bleiben, sorge meist eher für das Gegenteil. Um einen kühlen Kopf zu bewahren, sollte man sich klarmachen: &#8222;Der beleidigt nicht mich als Person, sondern die Position, in der ich stecke&#8220;, sagt Otto.</p>



<p>Nicht immer lassen sich Angriffe vermeiden. Dann besteht die größte Herausforderung darin, anschließend trotzdem wieder zur Arbeit zu gehen. Silvia Neumeier hatte damals nur etwas Angst vor dem kratzenden Herrn. &#8222;Mir hat es geholfen, das im Team durchzusprechen, wo man sich untereinander tröstet und aufbaut und klärt, ob man einen großen Fehler gemacht oder angemessen gehandelt hat.&#8220; Genau das richtige Verhalten, findet Psychologe Gerd Reimann, der sich mit Opfern von gewalttätigen Übergriffen beschäftigt: &#8222;Soziale Kontakte zu nutzen, ist in jedem Fall der richtige Weg. Völlig falsch ist dagegen, die Situation zu meiden.&#8220; In vielen Jobs ist das ohnehin nicht möglich, wenn man nicht den Beruf ganz aufgeben will.</p>



<p>Darüber hinaus helfe es, das negativ besetzte Ereignis neu zu bewerten und Positives darin zu sehen, sagt Reimann: &#8222;Ich weiß jetzt, dass ich in solche Situationen geraten kann. Ich kenne wichtige Signale, die sie ankündigen. Ich bin vorbereitet. Ich habe mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Ich kenne hilfreiche Unterstützungsmöglichkeiten.&#8220;</p>



<p>Doch Risikogruppen sollten sich auch vor einem eventuellen Übergriff schon vorbereiten, um das Erlebte später besser zu verarbeiten, so Reimann: &#8222;Das Wichtigste ist, sich klarzumachen, dass so etwas passieren kann. Das nimmt dem Ganzen schon viel von der traumatisierenden Wirkung.&#8220;</p>



<p><strong>Gewalt gegen Rettungskräfte:&nbsp;</strong><strong>Angepöbelt, angespuckt, attackiert</strong></p>



<p>Sie sind gekommen, um zu helfen. Und brauchen mitunter selbst Hilfe. Wie häufig Rettungskräfte Tritte oder Schläge kassieren, zeigt eine Studie: Jeder Vierte wurde schon Opfer von Gewalt. Die Täter sind meist betrunkene Männer &#8211; beileibe nicht nur in sozialen Brennpunkten.&nbsp;<a href="https://www.spiegel.de/karriere/studie-ueber-rettungssanitaeter-gewalt-und-attacken-taeglich-a-828393.html">Lesen Sie mehr&#8230;</a></p>



<p>Maria Huber/dpa/jon</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/presse/spiegel-23-05-2013/">Spiegel | 23.05.2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<item>
		<title>7. Literaturverzeichnis</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/literaturverzeichnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 11:59:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.deeskalation-jetzt.de/?p=1697</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/literaturverzeichnis/">7. Literaturverzeichnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<ol class="wp-block-list">
<li>vgl. Schilling, J.: Didaktik/Methodik Sozialer Arbeit…, 2005, S. 222.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/grundsatzliches.html">http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/grundsatzliches.html</a>. 08.03.06, S.1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html">http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html</a>. 20.03.06, S.1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html">http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html</a>.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A.: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 265-268.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html">http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html</a>, Gewaltakademie. 08.03.06, S.6.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html">http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html</a>. 08.03.06, S. 1.</li>



<li>vgl. Gugel, G; Mijic, A..: Gewalt und Gewaltprävention&#8230;, 2006, S. 265-268.</li>



<li>vgl. Korn, J.; Mücke, M.: Gewalt im Griff. Deeskalations- und Mediationstraining. Band 2. Weinheim, Basel: Beltz-Verlag. 2000, S.35.</li>



<li>vgl. Schlüter, S.; Jansen, S.; Triphaus, S.: Gewalt löst keine Probleme. Villigster Trainingshandbuch zur Deeskalation von Gewalt und Rassismus. SOS-RASSISMUS-NRW. Villigst: Edition Zebra. 2000, S. 110.</li>



<li>vgl. Korn, J.; Mücke, M.: Gewalt im Griff…, 2000, S. 35.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html">http://www.trainingskollektiv.de/</a>, Was sind Trainings. 07.03.06 , S.1</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 29 ff.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html">http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html</a>. 20.03.06, S. 1.</li>



<li id="15">vgl.&nbsp;<a href="http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html">http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html</a>, Gewaltakademie. 08.03.06, S.4.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.i-gsk.de/3_11.htm">http://www.i-gsk.de/3_11.htm</a>. 07.03.06, S. 3.</li>



<li>vgl. Umbruch Bildungswerk für friedenspolitische und gewaltfreie Veränderung (Hrsg.): Deeskalation von Gewalt und kreative Konfliktlösung in der Schule. Training für Lehrerinnen und Lehrer. Konzept. Ohne Angabe des Erscheinungsjahres, S.2-3.</li>



<li>vgl. Ising, J.; Ladinek, H.J.: Deeskalationstraining. Handlungsorientierte Bausteine zur Gewaltprävention. Rat für Kriminalitätsverhütung der Stadt Ludwigshafen am Rhein (Hrsg.). 2004, S.17.</li>



<li>vgl. Angebote zur Gewaltprävention in Frankfurt am Main, Fortbildungskatalog. 2005.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.trainingskollektiv.de/">http://www.trainingskollektiv.de/</a>&nbsp;,Was sind Trainings. 07.03.06, S.1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.fh-niederrhein.de/fb06/mehrsechs/sechs03/doz-gewalt-kirchhoff.shtml">http://www.fh-niederrhein.de/fb06/mehrsechs/sechs03/doz-gewalt-kirchhoff.shtml</a>. 24.02.06, S. 1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html">http://www.trainingskollektiv.de</a>, Was sind Trainings. 07.03.06, S. 2 ff.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A.: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 266.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html">http://www.marshall-clemenswerth.de/downloads.html</a>, Gewaltakademie. 08.03.06, S.2 und 3.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.friedensdienst.de/agdf/">http://www.friedensdienst.de/agdf/</a>. 22.03.06, S. 1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.friedensdienst.de/konfliktbearb/">http://www.friedensdienst.de/konfliktbearb/</a>. 09.03.06, S. 1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.bgw-online.de/internet/portal/group/internetuser/page/default.psml?path=/Inhalt/onlineInhalt/BGW-Mitteilungen/2004/2-2004/Pr_C3_A4vention/Professioneller_/20Umgang_20mit_Gewalt_20und_Aggression.html">http://www.bgw-online.de/internet/portal/group/internetuser/page/default.psml<br>?path=/Inhalt/onlineInhalt/BGW-Mitteilungen/2004/2-2004/Pr_C3_A4vention/Professioneller_<br>20Umgang_20mit_Gewalt_20und_Aggression.html</a>. 21.03.06, S. 1.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.piag-b.de/index.php?m=4">http://www.piag-b.de/index.php?m=4</a>. 22.03.06, S. 1</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html">http://www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/anti_gewalt_projekt.html</a>. 20.03.06, S. 2 ff.</li>



<li>vgl. Ising, J.; Ladinek, H.J.: Deeskalationstraining…, 2004, S. 8, 17.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html">http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/kolner_trainerkollektiv.html</a>. 21.02.06, S. 4.</li>



<li>vgl. Jung-Lübke, M.: Piag- B. Prävention und Intervention gegen Aggression und Gewalt in Betreuungsberufen. Kurzkonzept. Ohne Angabe des Erscheinungsjahres, S. 11.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html">http://www.gewaltakademie.de/gaeste/html/dt_gewalt.html</a>. 08.03.06, S. 4.</li>



<li>Diese Hinweise kann ich leider nicht mit Quellenangaben versehen, da es keine schriftlichen Belege gibt. Die Informationen habe ich durch Telefonate mit Deeskalationstrainern (Rüdiger Niemann, Frankfurter Kinderbüro; Ralf-Erik Posselt (Gewaltakademie Villigst) in Erfahrung bringen können.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html">http://dfk.kriminalpraevention.de/stiftung/staedtenetzwerk/Ludwigshafen1.html</a>. 02.02.06, S. 2.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A.: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 266-268.</li>



<li>Als ich anfing mich mit dem Thema für die Diplomarbeit auseinander zu setzten, habe ich alle ehemaligen und aktuellen Arbeitskollegen aus verschiedensten sozialen Bereichen (Hort, Kindergarten, Kinderheim, Obdachlosenhilfe und Jugendzentrum) formlos gefragt, wer das Deeskalationstraining kennt und wei§, was es ist. Obwohl dies im Fortbildungskatalog der Einrichtungen vermerkt war, kannten es 90 % nicht. So erging es mir auch, als ich zwecks der Recherche bei unterschiedlichen Institutionen (z.B. Jugendamt Düsseldorf, Stadt Essen) anrief.</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.socialworkers.org/pubs/news/2001/06/security.htm">http://www.socialworkers.org/pubs/news/2001/06/security.htm</a>. 14.03.06, S. 1ff.</li>



<li>vgl. Korn, J.; Mücke, M.: Gewalt im Griff…, 2000, S. 35 ff.</li>



<li>Teilnahme an einem Deeskalationstraining der Gewaltakademie Villigst und die Assistenz bei der Durchführung von Deeskalationstrainings mit Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften und Honorarkräften im Obdachlosenbereich.</li>



<li>vgl. Pfannkuch, B.; Piltz -Wedig, A.; Schmitt, K.; u.a.: Ambulante sozialpädagogische Ma§nahmen für junge Straffällige. Jugendgerichtshilfe, Jugendamt Düsseldorf. Broschüre. 2000, S. 28.</li>



<li>vgl. Schilling, J.: Didaktik/Methodik Sozialer Arbeit…, 2005, S. 26.</li>



<li>vgl. Klockner, C.: Fachhochschulen. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.). Fachlexikon der sozialen Arbeit. (Red.: Manfred Wolf&#8230;). 5. Aufl.- Stuttgart, Köln: Kohlhammer, 2002, S. 306</li>



<li>vgl.&nbsp;<a href="http://www.fh-duesseldorf.de/fachbereiche/fb6_soz-kulz/studium/ordnungen/studienordnung.html#16">http://www.fh-duesseldorf.de/fachbereiche/fb6_soz-kulz/studium/ordnungen/studienordnung.html#16</a>, 06.04.06, S.1ff. und http://www.fh-duesseldorf.de/fh/studierendenservice/zugangsvoraussezungen.html#zugang2, 06.04.06, S.1ff.</li>



<li>vgl. dazu auch das aktuelle Vorlesungsverzeichnis der Fachhochschule Düsseldorf, SS 06.</li>



<li>vgl. Fachhochschule Düsseldorf: Evaluation zur Einschätzung der Studienbedingungen im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf, Auswertung. 2005, S. 1.</li>



<li>vgl. ebd. S. 6.</li>



<li>vgl. dazu auch: Schilling, J.: Didaktik/Methodik Sozialer Arbeit…, 2005, S. 31 ff.</li>



<li>vgl. Fachhochschule Düsseldorf: Evaluation der Erwerbstätigkeit der Studierenden neben dem Studium und Abfrage der Zufriedenheit der Studierenden mit den einzelnen Angeboten im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Auswertung. 2006, S. 5 ff.</li>



<li>vgl. Fachhochschule Düsseldorf: Evaluation zur Einschätzung der Studienbedingungen…, 2005, S. 4 ff.</li>



<li>vgl. dazu auch:&nbsp;<a href="http://www.fh-duesseldorf.de/fachbereiche/fb6_soz-kulz/studium/ordnungen/studienordnung.html#16">http://www.fh-duesseldorf.de/fachbereiche/fb6_soz-kulz/studium/ordnungen/studienordnung.html#16</a>, 06.04.06, S. 18.</li>



<li>vgl. Nellessen, L.: Gruppe. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.). Fachlexikon der sozialen Arbeit…., 2002, S. 425.</li>



<li>Nellessen, L. ebd., 2002, S. 425.</li>



<li>vgl. Langmaak, B.; Braune-Krickau, M.: Wie die Gruppe laufen lernt. Anregungen zum Planen und Leiten von Gruppen. Ein praktisches Lehrbuch. 7. vollständig überarbeitete Auflage, Weinheim: Beltz-Verlag. 2000, S. 138.</li>



<li>vgl. ebd. S. 138.</li>



<li>ebd., S. 140.</li>



<li>vgl. ebd., S. 146 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 149 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 153 ff.</li>



<li>ebd., S. 157.</li>



<li>vgl. ebd. S. 155 ff.</li>



<li>Bower, Hilgard zit. in: Gudjons, H.: Pädagogisches Grundwissen. überblick-Kompendium-Studienbuch. 7., völlig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. 2001, S. 213.</li>



<li>Meyers Lexikonverlag zit. in:&nbsp;<a href="http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lerndefinitionen.shtml">http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lerndefinitionen.shtml</a>. 29.03.06.</li>



<li>vgl. Biesenkamp, R.: Lernen im Erwachsenenalter. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.). Fachlexikon der sozialen Arbeit…., 2002, S. 617.</li>



<li>vgl. Langmaak, B.; Braune-Krickau, M.: Wie die Gruppe laufen lernt…, 2000, S. 7.</li>



<li>vgl. ebd., S. 7.</li>



<li>vgl. ebd., S. 10.</li>



<li>Maslow zit in: Schütz, K.-V.: Gruppenforschung und Gruppenarbeit. Theoretische Grundlagen und Praxismodelle. Mainz: Mathias-Grünewald-Verlag, 1998, S.88.</li>



<li>vgl. Schütz, K.-V.: Gruppenforschung und Gruppenarbeit…, 1998, S.88.</li>



<li>vgl. Schilling, J.: Didaktik/Methodik Sozialer Arbeit…, 2005, S. 35.</li>



<li>vgl. ebd., S.120 ff.</li>



<li>vgl. Langmaak, B.; Braune &#8211; Krickau, M.: Wie die Gruppe laufen lernt…, 2000, S. 114.</li>



<li>vgl. ebd., S. 114.</li>



<li>vgl. Ising, J.; Ladinek, H.J.: Deeskalationstraining…, 2004, S. 20 ff.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressivität und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Steuerung fremdgefährdenden Verhaltens. Manual zum Typ C des ABPro. Materialie Nr. 46. 2. verbesserte Auflage. Tübingen: Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie. 2000, S. 80.</li>



<li>vgl. Ising, J.; Ladinek, H.J.: Deeskalationstraining…, 2004, S. 20 ff.</li>



<li>vgl. Langmaak, B.; Braune &#8211; Krickau, M.: Wie die Gruppe laufen lernt…, 2000, S. 170 ff.</li>



<li>diese Methode wurde mir im Studium vermittelt.</li>



<li>vgl. ebd., S. 121.</li>



<li>vgl. ebd., S. 15 ff. und 135 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 126 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 126 ff.</li>



<li>Glasl, F.: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. 8. aktualisierte und ergänzte Auflage. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt Verlag. 2004, S. 17.</li>



<li>vgl. ebd., S. 17.</li>



<li>vgl. Besemer, C.: Mediation. Vermittlung in Konflikten. Heidelberg, Freiburg, Königsfeld: Stiftung Gewaltfreies Leben und Werkstatt für Gewaltfreie Aktion. 2003, S. 24.</li>



<li>vgl. ebd., 2003, S. 24.</li>



<li>vgl. Zuschlag, B.; Thielke, W.: Konfliktsituationen im Alltag. Ein Leitfaden für den Umgang mit Konflikten in Beruf und Familie. Stuttgart: Verlag für angewandte Psychologie. 1989, S. 45.</li>



<li>vgl. Montada, L.; Kals, E.: Mediation. Lehrbuch für Psychologen und Juristen. Weinheim: Beltz PVU. 2001, S. 196.</li>



<li>Besemer, C.: Mediation…, 2003, S. 28.</li>



<li>vgl. ebd., S. 28.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressionen und Konflikte unter emotionaler Erregung. Deeskalation und Problemlösung. Manual zum Typ B des ABPro. Materialie Nr. 45. 2. Auflage. Tübingen: Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie. 2000, S. 45.</li>



<li>Schulz von Thun, F.: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. 1997, S. 30.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressionen und Konflikte unter emotionaler Erregung. Deeskalation und Problemlösung. Manual zum Typ B des ABPro…,2000, S. 45 ff.</li>



<li>Schulz von Thun, F.: Miteinander reden 1…, 1997, S. 45.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressionen und Konflikte unter emotionaler Erregung. Deeskalation und Problemlösung. Manual zum Typ B des ABPro…,2000, S. 45 ff.</li>



<li>vgl. Glasl, F.: Konfliktmanagement…, 2004, S. 207 ff.</li>



<li>ebd., S. 234.</li>



<li>vgl. ebd., S. 236 und 237.</li>



<li>vgl. Besemer, C.: Mediation…, 2003, S. 30 ff.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 69.</li>



<li>Merz zit. in: Nolting, H.- P.: Lernfall Aggression…, 2005, S. 15.</li>



<li>Bandura zit. in: Köhnken, G.; Bliessner, T.: Psychologische Theorien zur Erklärung von Gewalt und Aggression. In: Ostendorf, H.; Köhnken, G.; Schütze, G. (Hrsg.): Aggression und Gewalt…, 2002, S.71.</li>



<li>SOS-RASSISMUS-NRW zit. in: Schlüter, S.; Jansen, S.; Triphaus, S.: Gewalt löst keine Probleme…, 2000, S. 40.</li>



<li>vgl. ebd., S. 93.</li>



<li>vgl. Nolting, H.- P.: Lernfall Aggression….., 2005, S. 13 und 14.</li>



<li>vgl. ebd., S. 25 und 26.</li>



<li>vgl. ebd., S. 16.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 47.</li>



<li>WHO zit. in: ebd. S. 11.</li>



<li>SOS-RASSISMUS-NRW zit. in: Schlüter, S.; Jansen, S.; Triphaus, S.: Gewalt löst keine Probleme…, 2000, S. 40.</li>



<li>vgl. ebd., S. 45.</li>



<li>vgl. Hartung, J.: Sozialpsychologie. Psychologie in der sozialen Arbeit; Band 3. Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer. 2000, S. 138.</li>



<li>vgl. Nolting, H.- P.: Lernfall Aggression…, 2005, S. 39 ff.</li>



<li>vgl. Köhnken, G.; Bliessner, T.: Psychologische Theorien zur Erklärung von Gewalt und Aggression. In: Ostendorf, H.; Köhnken, G.; Schütze, G. (Hrsg.): Aggression und Gewalt…, 2002, S.74 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 81 ff.</li>



<li>ebd., S. 82.</li>



<li>vgl. ebd., S.78 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S.78 ff.</li>



<li>Hirsch, D.: Deeskalationsstrategien in Jugendarbeit und Schule. Handout zur Fortbildung, Frankfurter Kinderbüro. 2005. S. 2.</li>



<li>vgl. Hirsch, D.: Deeskalationsstrategien in Jugendarbeit und Schule…, 2005. S. 2 ff.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressionen und Konflikte unter emotionaler Erregung. Deeskalation und Problemlösung. Manual zum Typ B des ABPro…, 2000. S. 45 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 94 ff.</li>



<li>vgl. Zuschlag, B.; Thielke, W.: Konfliktsituationen im Alltag…, 1998, S. 101 ff.</li>



<li>vgl. Dutschmann, A.: Aggressivität und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Steuerung fremdgefährdenden Verhaltens. Manual zum Typ C des ABPro&#8230;, S. 74 ff.</li>



<li>WHO zit. in: Kühn, M.: Gewalt am Arbeitsplatz. In: Bundesverband der Unfallkassen (Hrsg.) Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz- ein Handbuch. Phänomene, Ursachen, Prävention. München. 2005, S. 109.</li>



<li>vgl. Kühn, M.: Gewalt am Arbeitsplatz…, 2005, S. 109.</li>



<li>vgl. ebd., S. 110 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 111 ff.</li>



<li>vgl. Gugel, G.; Mijic, A: Gewalt und Gewaltprävention…, 2006, S. 64 und 86 ff.</li>



<li>vgl. Nolting, H.- P.: Lernfall Aggression…, 2005, S. 51 ff.</li>



<li>vgl. ebd., S. 40 ff.</li>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/literaturverzeichnis/">7. Literaturverzeichnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<title>6. Aggression und Gewalt</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/aggression-und-gewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 11:52:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der für das Deeskalationstraining grundlegend wichtige Themenbereich der Gewalt und Aggression wird im Leitfaden nur sehr kurz behandelt. Daher findet nun eine umfassende Darstellung statt. Konflikte sind, wie im Kapitel 5 dargestellt, Teil unseres Lebens. Da sie nicht nur konstruktiv gelöst werden, müssen Aggression und Gewalt als eine Möglichkeit des Umganges mit Konflikten beschrieben werden. [&#8230;]</p>
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<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Der für das Deeskalationstraining grundlegend wichtige Themenbereich der Gewalt und Aggression wird im Leitfaden nur sehr kurz behandelt. Daher findet nun eine umfassende Darstellung statt.</p>



<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Konflikte sind, wie im Kapitel 5 dargestellt, Teil unseres Lebens. Da sie nicht nur konstruktiv gelöst werden, müssen Aggression und Gewalt als eine Möglichkeit des Umganges mit Konflikten beschrieben werden. In der psychologischen und sozialpsychologischen Forschung, die in dieser Arbeit verwendet wird, besteht zurzeit noch kein eigenständiges Fachgebiet für die Gewaltforschung. Daher werden die Grundlagen der Aggressionsforschung, von denen angenommen wird, dass sie sich auch auf die Gewalt anwenden lassen, dargestellt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#100"><small>100</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Definitionen Aggression, Aggressivität und Gewalt</h2>



<p>Psychologische Definitionen sehen die Gewalt als Teilbereich der Aggression an. Daher sind alle älteren Definitionen auf beide Begriffe anwendbar. Um eine optimale Unterscheidung der Begriffe vornehmen zu können, werden sowohl Ältere als auch eine neuere Definition angeführt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition Aggression</h3>



<p>Typische ältere psychologische Definitionen bestimmen Aggression als ein auf Schädigung gerichtetes Verhalten.</p>



<p>Erste Definition: „Aggression umfasst jene Verhaltensweisen, mit denen die direkte oder indirekte Schädigung eines Individuums, meist eines Artgenossen, intendiert wird.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#101"><small>101</small></a></p>



<p>Andere Definitionen verwenden statt schädigen Begriffe wie verletzen oder wehtun.</p>



<p>Zweite Definition: Aggression ist „ein schädigendes und destruktives Verhalten[&#8230;], das im sozialen Bereich auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren als aggressiv definiert wird, von denen einige eher beim Beurteiler als beim Handelnden liegen.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#102"><small>102</small></a></p>



<p>Albert Bandura vereint die Intentionalität der handelnden Person und auch die Bewertung des Verhaltens durch andere Personen. Heute wird dazu übergegangen, die Begriffe der Aggression und die der Gewalt voneinander zu trennen.</p>



<p>Dritte Definition: „Mit Aggression (lateinisch aggredi = herangehen, heranschreiten) ist jedes Verhalten gemeint, das im wesentlichen das Gegenteil von Passivität (Untätigkeit) und Zurückhaltung (Lethargie) darstellt.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#103"><small>103</small></a></p>



<p>Die Aggression ist nach dieser Definition eine dem Menschen innewohnende und lebensnotwendige Eigenschaft und Energie. Zur Aggression gehören der Streit, die Auseinandersetzung und der Konflikt, folglich alles, was einen Menschen aktiv werden lässt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#104"><small>104</small></a></p>



<p>Die neuere Definition von Aggression hat sich bisher noch nicht im psychologischen Bereich durchgesetzt. Durch sie ist die Aggression eindeutiger von der Gewalt zu unterscheiden und wird im Bereich der Gewaltprävention oft verwendet.</p>



<p>Die unterschiedlichen Vorstellungen von Aggression in den verschiedenen älteren Theorien und die umgangssprachliche bzw. pseudotheoretische Verwendung des Begriffs haben dazu geführt, dass die Bedeutung immer mehr verschwimmt. Unter dem Begriff Aggression stellt sich jeder etwas anderes vor. Doch trotz dieser Unterschiede gibt es einen gemeinsamen Kern im Aggressionsverständnis der meisten Menschen, welchen auch den der Gewalt umfasst. Der Kern ist dreigeteilt in Schaden, Intention und Normabweichung. Der Schaden und die Intention werden auch in psychologischen Definitionen verwendet (s.o.), die Normabweichung dagegen nicht.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#105"><small>105</small></a></p>



<p>Das Urteil darüber, ob Aggression vorliegt, ist eine Frage persönlicher Anschauungen. Dieselbe aggressive Handlung kann sowohl positiv als auch negativ bewertet werden. Eine Handlung, die aus dem eigenen Blickwinkel legitim erscheint, wird nicht als Aggression gewertet.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#106"><small>106</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition Aggressivität</h3>



<p>Die Aggressivität wird oft synonym mit der Aggression verwendet und muss folglich abgegrenzt werden. Auch hier ist der Sprachgebrauch nicht ganz einheitlich. In der Psychologie benennt die Aggressivität die: „individuelle Disposition zu aggressivem Verhalten“.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#107"><small>107</small></a>&nbsp;Die Aggressivität beschreibt eine individuelle Eigenschaft. Beispiel: X ist aggressiver als Y.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition Gewalt</h3>



<p>In der Psychologie wird die Gewalt gewöhnlich als schwerwiegende Form der Aggression bezeichnet (z.B. körperliche Angriffe). In manchen Publikationen und auch in der Alltagssprache ist zunehmend von verbaler Gewalt oder psychischer Gewalt die Rede.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#108"><small>108</small></a></p>



<p>Erste Definition: Laut WHO-Definition ist Gewalt „der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichem Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#109"><small>109</small></a></p>



<p>Diese Definition ist genauer als alle unter Punkt 6.1.1 genannten. Als Gewalt bezeichnet wird demnach nur, wenn absichtlich mit körperlichem Zwang oder physischer Macht gedroht bzw. sie angewandt wird. Zudem wird der daraus folgende Schaden, ob nun konkret oder zu erwarten, klar beschrieben.</p>



<p>Es gibt eine weitere Definition, die auch die Fahrlässigkeit mit einbezieht:</p>



<p>Zweite Definition: „Gewalt liegt immer dann vor, wenn Menschen gezielt oder fahrlässig physisch (körperlich) oder psychisch (seelisch) geschädigt werden. Gewalt ist immer an Macht geknüpft.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#110"><small>110</small></a></p>



<p>Diese Definition wird auch im Bereich der Gewaltprävention eingesetzt und grenzt die Gewalt klar von der Aggression ab.</p>



<p>Der Begriff der Gewalt stellt, wie auch der Begriff der Aggression, ein äußerst diffuses und komplexes Phänomen dar. Bei der Definition der Gewalt spielen die Bewertungen einzelner Menschen eine große Rolle.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#111"><small>111</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Entstehung von Aggression und Gewalt</h2>



<p>Damit Aggression und Gewalt gemindert werden können, muss zunÄchst beleuchtet werden, wie sie entstehen.</p>



<p>Es liegen verschiedene Theorien zur Entstehung von Aggression und Gewalt vor. Die Annahme eines Aggressionstriebes (Psychoanalyse von Freud, Ethologische Instinkttheorie nach Lorenz) hat in der wissenschaftlichen Psychologie nur noch eine historische Bedeutung und wird daher nicht genannt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#112"><small>112</small></a>&nbsp;Heute vertritt kaum noch jemand eine reine Lehre. Keine seriöse Aggressionsforschung versucht noch, nur mit den drei Kernbegriffen Trieb, Frustration und Lernen auszukommen, um die Vielfalt aggressiver Erscheinungen zu erklären. Daher werden auch die Modelle der Frustrations-Aggressions-Theorie (Dollard Miller et al.) und behavioristische Lerntheorien, die sich nur mit positiver und negativer Verstärkung befassen (vor allem Skinner), nicht angeführt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#113"><small>113</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die sozial-kognitive Lerntheorie von Bandura</h3>



<p>Bandura hat mit seinem Ansatz des sozialen Lernens ein breites Modell vorgelegt. Das Modell hat eine Vielzahl anderer Studien angeregt und wird daher benannt. Bandura (1979, 1986) unterscheidet drei Arten von Bedingungen für die Entstehung von Aggression.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bedingung 1: Prozesse, wodurch aggressive Verhaltensmuster erworben werden</h4>



<p>Bandura betont besonders die Bedeutung des Lernens durch Beobachtung. Aggressives Verhalten wird von Modellen (Familie, Medien, (sub)kulturelles Umfeld) an den Beobachter vermittelt, wenn das Modell Erfolg mit seinem Verhalten hat. Es liegen zahlreiche Belege über einen Zusammenhang von Gewalterfahrungen in der Herkunftsfamilie und späterer eigener Gewalt gegenüber dem Partner und den eigenen Kindern vor.</p>



<p>Der Erwerb aggressiver Verhaltensmuster kann auch durch Peergroups unterstützt werden (z.B. werden Normen und Werte vermittelt, Konsum von Alkohol und Drogen). In Wohngegenden, in denen die soziale Kontrolle nicht greift, bieten sich im Alltag zahlreiche Modelle dafür.</p>



<p>Kinder und Jugendliche stehen zunehmend unter dem Einfluss von Medien (insbesondere Fernsehen und Videos, aber auch Internet, Handys, Videospiele). Der direkte negative Effekt der Gewalt in den Medien ist eher mäßig, obwohl sich massive Gewalttaten im Programm befinden. Entscheidender sind aber die indirekten Effekte, da die Konsumenten sich an Gewalt gewöhnen und abstumpfen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bedingung 2: Einflüsse, die in einer konkreten Situation die Aggression auslösen</h4>



<p>Nach Bandura hängt es wesentlich von den Merkmalen der individuellen Situation ab, ob die erworbenen aggressiven Verhaltensweisen zur Anwendung kommen. Aggressives Verhalten kann durch einen tatsächlichen Angriff, eine Provokation oder ähnliches ausgelöst werden. Das kann ebenso durch verschiedene Anreize (z.B. ein erhoffter materieller Vorteil, Statusgewinn) geschehen. In Konfliktsituationen kann das Verhalten anderer enthemmend wirken (z.B. Mitläufer, die alleine nie ein solches aggressives Verhalten gezeigt hätten). Eine zusätzliche Rolle spielt der Konsum von Alkohol und Drogen, welche die Handlungskontrolle senken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bedingung 3: Prozesse, die für die Aufrechterhaltung ausgelöster aggressiver Prozesse verantwortlich sind</h4>



<p>Dritte, die bei der Tat zusehen, müssen unbedingt entfernt werden, da sie den Täter zu aggressivem Verhalten ermuntern könnten, aber auch selbst Opfer von Gewalt werden könnten. Zudem müssen Sanktionen erfolgen, da ansonsten das Verhalten bekräftigt wird.</p>



<p>Neben den Einflüssen von außen sind auch die selbst regulierenden Mechanismen bei der Handlungsbewertung während oder nach einer Gewaltausübung bedeutsam (z.B. Ehrenkodex bei Hooligans). Die Erfüllung dieser internen Standards hat zur Folge, dass daraus eine positive Selbstwertung resultiert. Das gewalttätige Verhalten wird bekräftigt. Umgekehrt können aber auch negative Gefühle (z.B. Scham) auftreten, wenn die Standards nicht erfüllt werden. Diese negativen Gefühle können dann auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens aggressiven Verhaltens senken.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#114"><small>114</small></a></p>



<p>Da sich die moderne empirisch begründete Aggressionspsychologie überwiegend zu multikausalen Erklärungsmodellen hinbewegt hat, kann auch die sozial-kognitive Lerntheorie nur dann eine umfassende Erklärung vermitteln, wenn sie Aspekte mit einbezieht, die nicht oder nicht direkt unter den Aspekt des Lernens fallen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#115"><small>115</small></a>&nbsp;Daher werden nun zwei weitere Modelle zur Entstehung von Aggression und Gewalt vorgestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Modell der Verarbeitung sozialer Informationen von Crick und Dodge</h3>



<p>Zu diesem Modell muss ergänzt werden, dass externe Informationen verbal oder nonverbal gegeben werden können und hier die Vielschichtigkeit der Kommunikation beachtet werden sollte.</p>



<p>Für die Schwierigkeiten der sozialen Anpassung, insbesondere dem Auftreten eines aggressiven Verhaltensstils, werden von Nicki A. Crick und Kenneth A. Dodge (1990, 1994) Defizite der kognitiven Verarbeitung sozialer Informationen verantwortlich gemacht. Diese Verarbeitungsprozesse bestimmen und begleiten das Verhalten in sozialen Situationen. Basierend auf den Arbeiten von z.B. Bandura haben sie ein Modell zur sozialen Informationsverarbeitung entwickelt.</p>



<p>Nach der Grundannahme dieses Modells verarbeitet ein Individuum die Informationen mit einer biologisch begrenzten Kapazität und seinen eigenen spezifischen Lernerfahrungen. Das daraus resultierende situative Verhalten ist eine Funktion der zwischengeschalteten kognitiven Prozesse der Informationsverarbeitung.</p>



<p>In der ersten Phase (Enkodierung einer Information) finden die Wahrnehmung und die Verarbeitung interner Empfindungen der Person und externer Reize statt. Bei zur Aggression neigenden Menschen wurde festgestellt, dass sie über eine typische selektive Aufmerksamkeit für feindselige Reize verfügen.</p>



<p>In der zweiten Phase (Interpretation der Information) werden äußeren und inneren Ereignissen Ursachen zugeschrieben, z.B. wird dem Verhalten einer Person eine Intention unterstellt. Das Einfühlen in die Gefühlslage des Interaktionspartners ist in dieser Phase auch wichtig. Hier wurden bei zur Aggression neigenden Menschen Defizite beobachtet.</p>



<p>Wenn die Situation interpretiert ist, werden die Ziele für den Ausgang der sozialen Interaktion festgelegt bzw. modifiziert (Zielabklärung). Aggressiv betonte Menschen fallen besonders durch unangemessene und egozentrische Ziele auf.</p>



<p>Wenn die Ziele für die Interaktion gesetzt sind, kann das Individuum mögliche Reaktionen (abhängig von der ähnlichkeit der Situation) aus seinem Verhaltensrepertoire abrufen (Reaktionssuche). Nach bisherigen Untersuchungen verfügen aggressive Menschen über weniger kompetente Lösungen.</p>



<p>In der fünften Phase (Handlungsauswahl und Bewertung) werden die verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten bezüglich ihrer Angemessenheit und Effizienz bewertet. Als Grundlage dienen z.B. Vorerfahrungen, die subjektive Bewertung der aktuellen Situation und das Wissen um die Regeln des sozialen Umgangs. Bei aggressiv betonten Menschen wurde wiederholt eine kurzsichtige Folgeabschätzung beobachtet.</p>



<p>In der 6. Phase wird die ausgewählte Handlung ausgeübt (Handlungsinitiierung). Es wird abgeglichen, ob die Handlungssequenz aufrechterhalten wird oder auf Grund von z.B. Erwartungen etwaiger Konsequenzen abgebrochen wird. Aggressiven Menschen konnten deutlich geringere Verhaltenskompetenzen in sozialen Kontakten nachgewiesen werden.</p>



<p>Der Ausgang dieser Prozesse bestimmt die folgende Interaktion. Diese löst neue Verarbeitungsprozesse aus, so dass sich die Informationsverarbeitung ständig in einem Zyklus wiederholt. Es wird angenommen, dass die Prozesse automatisiert ablaufen und nicht unter bewusster, reflektierender Kontrolle des Individuums stehen.</p>



<p>Als Ursachen für diese Defizite werden biologische Einflüsse vermutet, aber auch ungünstige elterliche Erziehungsziele verantwortlich gemacht.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#117"><small>117</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die bio-psycho-sozialen Modelle der Entwicklungspsychopathologie</h3>



<p>Nicht jeder Mensch reagiert aggressiv. Bislang ist eine Reihe von Wechselwirkungen zwischen einzelnen Risikofaktoren gut belegt. Das Verständnis für die Zusammenhänge und neutralisierenden Prozesse zwischen einzelnen Risiko- und Schutzfaktoren dissozialen Verhaltens ist jedoch gering. Man vermutet, dass die Effekte zudem noch einer zeitlichen Dynamik unterliegen. Das heißt, dass sich einzelne protektive Faktoren und Risikofaktoren im Entwicklungsverlauf (von der Geburt bis ins Jugendalter) verlieren, verstärken oder umkehren können.</p>



<p>Pränatal und perinatal können Faktoren belegt werden, die die spätere Entwicklung dissozialen Verhaltens negativ beeinflussen können. Hierzu zählen genetische Dispositionen, welche durch ihre Wechselwirkung mit der Umwelt des Kindes ein Risiko darstellen (z.B. Verstärkung aggressiver Verhaltenstendenzen).</p>



<p>Biologische Risiken, wie z.B. Drogen- oder Alkoholabhängigkeit der Mutter, Fehl- oder Unterernährung der Mutter oder eine Sauerstoffuntervesorgung, sind gut belegt.</p>



<p>Einzelne Faktoren treten nicht immer unabhängig voneinander auf. Besonders im Multi-Problemmillieu spielen Faktoren zusammen (z.B. biologische Risiken und weitere psychosoziale Risikofaktoren wie Armut, Erziehungsüberforderung, Verwahrlosung).</p>



<p>Nicht jeder Mensch, der mehrere Risikofaktoren in sich trägt, zeigt aggressives Verhalten. Es wird angenommen, dass die vorhandenen Risikofaktoren durch Schutzfaktoren neutralisiert werden. Schutzfaktoren können erworbene soziale Kompetenzen wie Empathie oder die Fähigkeit zur Lösung von Konflikten sein, aber auch ein positiver Selbstwert, welcher sich auf die Bewältigung psychischer Belastungen positiv auswirken kann (Copingstrategien).</p>



<p>Bislang ist die intellektuelle Kompetenz nicht eindeutig belegt. Es scheint aber eine etwa durchschnittliche intellektuelle Begabung für die Hemmung dissozialen Verhaltens auszureichen.</p>



<p>Neuere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die bio-psycho-sozialen Modelle einen erheblichen Teil der Varianz dissozialen Verhaltens aufklären können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#118"><small>118</small></a></p>



<p>Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeiten mit Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft. Da sie auch mit allen in den drei Modellen aufgeführten Personengruppen in Kontakt kommen, sollten sie auf eventuelle schwierige Situationen vorbereitet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aggressionsminderung</h2>



<p>Im vorangegangenen Kapitel 6.2 wurde ausführlich dargestellt, wie Aggression und Gewalt entstehen. Aus diesen Informationen und aus dem Grundlagenwissen zum Thema Konflikt sind Handlungsempfehlungen abgeleitet worden, die die Aggression und die Gewalt mindern können.</p>



<p>Im Folgenden wird der Teilausschnitt der Aggressionsminderung im Bezug auf das Deeskalationstraining beleuchtet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Affektionskurve: Gewaltzyklus unter Stress</h3>



<p>Das Schaubild wird auch im Deeskalationstraining aufgezeigt, um darzustellen, bis zu welchem Zeitpunkt eine Deeskalation wirksam ist und was dabei beachtet werden sollte. Sie wird dort als Gewaltkurve bezeichnet.</p>



<h4 class="wp-block-heading">I auslösendes Ereignis</h4>



<p>Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten auslösender Ereignisse (eine Provokation; der Klient könnte etwas erreichen wollen, was ihm nicht gestattet worden ist; es könnte ein länger bestehender Konflikt eskalieren etc.). Festzustellen ist, dass ein steiler Anstieg der Aggression erfolgen kann.</p>



<h4 class="wp-block-heading">II Eskalation</h4>



<p>Wenn die besondere Alltagsverhaltensgrundlinie verlassen wird, steigt die Atemfrequenz, die Muskelspannung erhöht sich, die kognitiven Fähigkeiten werden reduziert und Adrenalin wird ausgestoßen. Der Körper bereitet sich auf den Kampf oder die Flucht vor. Da jeder Mensch verschieden ist und eine andere Lebensgeschichte mit sich bringt, kann eine Eskalation langsamer oder schneller erfolgen. Die Wellenbewegungen in der zweiten Phase können auch den Eindruck entstehen lassen, dass sich der Klient wieder beruhigt. Fehleinschätzungen der Gewaltdynamik können die Deeskalation erschweren. In der Eskalationsphase ist es besonders wichtig, dass der Pädagoge die Selbstkontrolle behält, damit er professionell handeln kann. Der Pädagoge kann durch Fortbildungen, Trainings und durch das Zurückgreifen auf den eigenen Erfahrungsschatz mehr Selbstkontrolle entwickeln und sich somit auf schwierige Situationen vorbereiten. Um die kognitive Leistungsfähigkeit zu erhalten, sollte der Pädagoge die eigene Atemfrequenz kontrollieren, um ruhig zu bleiben. Außerdem sollte bewusst gesprochen, gedacht, und gehandelt werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">III Krise</h4>



<p>Wer sich in einer Krise befindet, muss schnell entscheiden. Dieser Umstand kann zu fehlerhaften Verhalten seitens des Klienten, aber auch seitens des Pädagogen führen (Anschreien, zu geringe Körperdistanz, Kampf etc.). Deeskalative Verhaltensmöglichkeiten sollten trainiert werden, um bewusst und reflektiert angewendet werden zu können. In der dritten Phase muss bedacht werden, dass der Klient über einen gewissen Zeitraum nicht mehr kognitiv erreichbar ist. In dem Zeitraum könnte Gewalt gegen sich selbst, gegen Gegenstände oder andere Personen stattfinden. Bei engagierten oder unerfahrenen Mitarbeitern wurde festgestellt, dass sie eher dazu neigen, die Selbstkontrolle zu verlieren, wodurch eine Eskalation begünstigt werden kann.</p>



<h4 class="wp-block-heading">IV Entspannung</h4>



<p>Der Klient soll genügend Zeit und Raum erhalten, um zur Entspannung zu kommen. Widersacher sollten in unterschiedliche Räume gebracht werden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">V Nach-Krisen-Depression</h4>



<p>Erst in der fünften Phase kann der Klient wieder kognitiv erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Problemlösung im Gespräch stattfinden. Die Situation kann vom Pädagogen mit anderen Kollegen reflektiert werden, um weitere mögliche Konflikte professionell lösen zu können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#120"><small>120</small></a></p>



<p>In der Darstellung (Abb. 8) und Erläuterung wird ersichtlich, dass eine Deeskalation so früh wie möglich stattfinden sollte, um ihren Erfolg zu sichern. Die Affektionskurve ist in ihrem Ablauf nicht auf alle schwierigen Situationen zu übertragen. Jeder Mensch verweilt unterschiedlich lang in den jeweiligen Phasen. Aufgrund dieser Tatsache können manchmal nur noch ein Rückzug des Pädagogen und der Schutz der unbeteiligten Klienten erfolgen. Unerfahrene untrainierte Pädagogen verlieren schneller die Selbstkontrolle. Bei den Studierenden kann nicht vorausgesetzt werden, dass sie Erfahrungen im Hinblick auf schwierige Situationen erlangt haben (Kap. 3.4) Ihr Bedarf für ein Deeskalationstraining wird erneut offensichtlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Handlungsempfehlungen in konkreten Gewalt-, Bedrohungs- und Konfliktsituationen</h3>



<p>Die Handlungsempfehlungen beziehen sich einerseits auf jegliche Vermeidung von Aggressionsanregern, andererseits werden aber auch Grundregeln vermittelt, die innerhalb einer Deeskalation beachtet werden sollten. Im Handout des Leitfadens wurden bereits kurz und zusammenfassend die wesentlichsten Handlungsempfehlungen beschrieben. Sie werden in diesem Kapitel ausführlich dargestellt, damit ein Verständnis der Theorievermittlung im Deeskalationstraining ermöglicht werden kann. In der praktischen Darstellung werden Verweise zu den hier aufgeführten Interventionen vollzogen. Die Vorgehensweise ermöglicht die Vermeidung von Wiederholungen.</p>



<p>Die Handlungsempfehlungen sind in verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation und Grundregeln zur Deeskalation aufgeteilt. Die Unterteilung ermöglicht eine gute Darstellung aller zu beachtender Handlungsempfehlungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Verbale Kommunikation</h4>



<p>Die verbale Kommunikation ist das am häufigsten angewendete Mittel, um in schwierigen Situationen deeskalativ einzugreifen. Daher ist es wichtig einerseits die Möglichkeiten, andererseits aber auch die Grenzen der Kommunikation zu kennen und zu berücksichtigen. Die Aufrechterhaltung der Kommunikation sorgt dafür, dass sich die Wahrscheinlichkeit körperlicher Gewalt reduziert. Daher werden folgende Handlungsempfehlungen gegeben:</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wertschätzung signalisieren und einfühlendes Eingehen auf Gefühle und Erlebnisinhalte</h5>



<p>Eine empathische Einfühlung in die Gefühlswelt und Situation des aggressiven Menschen kann deeskalierend wirken. Dem Gegenüber wird das Gefühl vermittelt, angenommen zu sein, wodurch sich die Kooperationsbereitschaft erhöhen kann.</p>



<p>Eine Verwendung von Fremdwörtern sollte vermieden werden, damit eine überforderung des Klienten vermieden werden kann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Kommunikationstüröffner verwenden</h5>



<p>Kommunikationstüröffner beinhalten keine persönlichen Gedanken, Urteile oder Gefühle des Empfängers. Sie fordern den Sender dazu auf, an seinen Gedanken und Gefühlen etc. teilhaben zu lassen. Beispiele hierfür sind: „Wirklich?“, „Interessant!“, „Ah!“, „mm…“.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Kommunikationskiller vermeiden</h5>



<p>Aussagen, die den Kommunikationsfluss unterbrechen, sollten unbedingt vermieden werden, da sie inhaltlich eine negative Bewertung, Vorwürfe oder eine geringe Wertschätzung signalisieren. Beispiele hierfür sind: „Das kann ich einfach nicht verstehen!“, „Was soll dieser Unsinn schon wieder?“, „Jetzt möchte ich aber wissen, was das zu bedeuten hat!“</p>



<h5 class="wp-block-heading">Dosiert reden</h5>



<p>Zu Unrecht wird angenommen, dass ein Mehr an Einwirkungsversuchen auch mehr Effekt mit sich bringt. Inhaltliche Absprachen im Team und ein einzelner Kommunikationspartner sind erforderlich. Andernfalls besteht die Gefahr, dass zu viele Themen und Ebenen angesprochen werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Blockaden erkennen und sinnvoll nutzen</h5>



<p>Vermehrte verbale Kommunikation ist nicht immer der Grund dafür, dass Gespräche verweigert werden. Es kann sein, dass Zeit und Ort nicht richtig gewählt sind. Es ist manchmal sinnvoll, wenn zuerst ein wenig Abstand gewonnen werden kann, bevor ein Gespräch stattfindet. Manche Themen sollten unter vier Augen besprochen werden. Es besteht auch immer die Möglichkeit, dass man selber nicht der geeignete Gesprächspartner ist.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Einfühlsame Feedbacks und Ich-Botschaften</h5>



<p>Methodisch wurden das Feedback und die Ich-Botschaften in KapitelÊ4.4.6 ausgeführt. Die Feedbacks erfüllen verschiedene Funktionen. Durch Feedbacks kann dem Klienten signalisiert werden, dass der Pädagoge aufmerksam zuhört und Interesse für das Problem besteht. Durch die Methode kann der Klient zum Reden angeregt werden. Feedbacks lassen erkennen, ob gesendete Nachrichten richtig verstanden worden sind. Sie fördern die Selbstexploration und bieten dem Pädagogen die Möglichkeit, fördernd und unterstützend auf den Klienten einzuwirken.</p>



<p>Die Ich-Botschaften sind eine Sonderform der Feedbacks. Dem emotional erregten Menschen kann durch die Methode verdeutlicht werden, was als Problem gesehen wird. Die Betroffenheit des Betreuers kann durch die Botschaften signalisiert werden. Zudem kann der Klient auf mögliche Auswirkungen seines Verhaltens hingewiesen werden. Das ist wichtig, da Konsequenzen in emotional besetzten Situationen häufig vergessen werden. Die Methode sollte eingeübt werden, um wirkungsvoll angewendet werden zu können.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Zuhören statt diskutieren</h5>



<p>Beim passiven Zuhören (Schweigen) kann dem anderen Menschen das Gefühl gegeben werden, dass er angenommen wird. Er kann sich aussprechen und „Dampf“ ablassen. Der Empfänger reagiert z.B. nur durch Kopfnicken. Beim aktiven Zuhören wird gezeigt, dass Botschaften inhaltlich verstanden werden und sie weder interpretiert noch bewertet werden. Es soll lediglich signalisiert werden, dass man sich in die Welt des Klienten einfühlen möchte. Durch das aktive Zuhören kann das Problem unter Umständen auf kognitivem Wege erfasst werden. Ja- oder Nein-Antworten sollten vermieden werden, damit ganze Zusammenhänge erfasst werden können.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Offene Fragen stellen, Warum- Fragen nur selten benutzen</h5>



<p>Offene Fragen können nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden. Sie dienen dazu, das Gespräch in Gang zu halten. Die offenen Fragen können auch dazu dienen, Fakten zu ordnen und daraus Erkenntnisse zu ziehen. Sie können eine emotionale Eskalation mindern und das Problem auf der kognitiven Ebene halten. Die Klienten erhalten die Möglichkeit, in einer Weise zu antworten, die einen Gesichtsverlust ihrerseits verhindert. Warum-Fragen können immer als Tadel aufgefasst und somit als Provokation gewertet werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#121"><small>121</small></a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Nonverbale Kommunikation</h4>



<p>Der Ausdruck der Emotion erfolgt über nonverbale Kanäle. Es ist daher nützlich, Menschen auf diese Signale hin zu beobachten, aber auch selber richtige Signale zu senden. Das Sprechen sollte immer von kongruenten nonverbalen Signalen gestützt werden. Dabei sind mehrere Bereiche zu unterscheiden:</p>



<h5 class="wp-block-heading">Augen als Kommunikationsmittel</h5>



<p>Mit den Augen werden auch nonverbale Signale gesendet. Das Ausma§ der Blickkontakte spielt eine wichtige Rolle. Wird ein Gegenüber angestarrt, kann es als Bedrohung aufgefasst werden. Wenn jemand kaum angeschaut wird, kann der Eindruck entstehen, dass das Gegenüber nicht interessiert ist und auch nicht zuhört. Es muss folglich das richtige Ma§ gefunden werden. Daher wird empfohlen, einen Augenkontakt herzustellen, ohne zu starren.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Sprechweise berücksichtigen</h5>



<p>Sprechtempo, Sprachrhythmus, Lautstärke und Tonhöhe können eskalierend und deeskalierend wirken. Eine hektische und laute Stimme kann erregend wirken, wohingegen eine leisere und tiefere Stimme als die des Aggressors entspannend wirken kann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Körpersprache</h5>



<p>Der Empfänger und der Sender gleichen sich in ihren Bewegungsmustern aneinander an. Es ist also hilfreich, wenn eine entspannte Körperhaltung eingenommen wird, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass diese vom Gegenüber ebenfalls angenommen wird. Hektische Bewegungen (könnten als Bedrohung aufgefasst werden) und angespannte Gesichtszüge sind deshalb unbedingt zu vermeiden. Eine unbedrohliche (neutrale) Körperhaltung sollte eingenommen werden (z.B. Hände gut sichtbar und seitlich am Körper halten)</p>



<h5 class="wp-block-heading">Berührungen und Körperkontakt</h5>



<p>Die Akzeptanz von Berührungen ist vom Ausma§ der Erregung abhängig. In emotional gespannten Situationen sollte jeglicher Körperkontakt unterlassen werden, da dieser als Aggression oder als Angriff gewertet werden könnte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Körperliche Nähe und Distanz flexibel einsetzen</h5>



<p>In aggressiv gespannten Situationen sollte man sich immer au§erhalb der unmittelbaren Schlagdistanz befinden und darauf achten, dass sich z.B. ein Tisch als Barriere zwischen dem Klienten und dem Pädagogen befindet. Dem Klienten sollte nie der Rücken zugedreht werden, um immer sehen zu können, was er macht. Ein gut sichtbares Nähern verringert die Wahrscheinlichkeit eines bedrohlichen Eindruckes.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#122"><small>122</small></a></p>



<h5 class="wp-block-heading">Sicherheitsabstand</h5>



<p>Der Sicherheitsabstand (persönliche Distanzzone) ist kulturell und individuell festgelegt. Die persönliche Distanzzone lässt sich auf ca. 60 cm festlegen. Der räumliche Abstand zwischen den Kommunikationspartnern sollte ausreichend groß sein, da jegliches Eindringen in die Distanzzone als Bedrohung aufgefasst werden kann.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#123"><small>123</small></a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Grundregeln</h4>



<p>Im folgenden Teil werden grundlegende Verhaltensweisen benannt, die zum Gelingen einer Deeskalation beachtet werden sollten. Die Grundregeln beinhalten zum Teil eine Zusammenfassung der bereits genannten Interventionen. Die Vorgehensweise verhilft zu einem optimalen überblick aller zu beachtender Interventionen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Rechtzeitig eingreifen</h5>



<p>Die Wahrscheinlichkeit einer gewalttätigen Auseinandersetzung sinkt, je eher in eine emotional geführte Interaktion eingeschritten wird. Konflikt klärende Gespräche könne auch auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Kontrolle bewahren, Regeln einhalten, Grenzen setzen</h5>



<p>Es ist wichtig, die Kontrolle über sich selbst und auch über die Situation zu bewahren. Nicht die Klienten sollen kontrolliert werden. Mögliche Konsequenzen sollten ohne die Verwendung von Drohungen aufgezeigt werden. Dem Klienten müssen die Auswirkungen seines Verhaltens verdeutlicht werden, um sein altes Verhalten ablegen zu können. Die Kontrahenten sollten die Möglichkeit erhalten, sich zurückzunehmen, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Klagende Monologe sollen vermieden werden und die Einhaltung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsregeln sollten beachtet werden. Zudem sollte eine Aufzählung möglicher Lösungen erfolgen, um dem Klienten Handlungsalternativen zu veranschaulichen, die er in seinem erregten Zustand nicht mehr wahrnimmt (z.B. „eine Bank bauen“, s. Leitfaden). Zugeständnisse können nur in Bereichen erfolgen, die das Verhalten des Klienten nicht verstärken.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Sicherheit</h5>



<p>Teams, die mit Gewalthandlungen von Klienten rechnen müssen, sollten eine eigene Sicherheitskultur entwickeln. Dies betrifft z.B. eine Schaffung von technischen Voraussetzungen (z.B. Alarmvorrichtung), den Einsatz qualifizierter Mitarbeiter, ständige Fort- und Weiterbildungen, Supervision und die Nachbetreuung von Mitarbeitern, die Gewalt ausgesetzt waren.</p>



<p>Im Vorfeld sollte ein Plan zum Umgang mit Gewaltsituationen überlegt werden. Zudem sollte sich kein Mitarbeiter unüberlegt in eine gefährliche Situation begeben, da auch der eigene Kampfinstinkt ausgelöst werden könnte.</p>



<p>Im akuten Fall sollten zwei Betreuer tätig werden. Der Ruhigere von ihnen kann die unmittelbare Kommunikation mit dem Aggressor führen. Der andere Mitarbeiter sollte sich dezent im Hindergrund halten. Die Strategie gibt dem aktiven Kollegen ein Gefühl der Sicherheit und ein Einschreiten des unbeteiligten Kollegen ist jederzeit möglich. Zudem ist es sinnvoll, wenn der Kollege, der über eine gute Beziehung zum Klienten verfügt, interveniert, da eine gute Kommunikation über die Beziehungsebene erfolgen kann.</p>



<p>Die Fluchtwege müssen immer offen gehalten werden. Der Aggressor darf sich niemals eingeengt fühlen. Potentielle Waffen sollten bereits im Vorfeld entfernt werden, damit sie nicht zum Einsatz kommen können. Es muss auch beachtet werden, dass Waffen, die auf den ersten Blick nicht als solche definiert werden (z.B. Flaschen, Scheren etc.) ebenfalls weggeschlossen sind. Falls das im Vorfeld nicht erfolgt ist, könnte das ein Kollege, der sich im Hintergrund befindet, erledigen.</p>



<p>Die Zuschauer müssen unbedingt entfernt werden, damit keine Anreize bestehen (z.B. Anfeuern, Statuserhöhung) und sie vor übergriffen geschützt werden können.</p>



<p>Die Kontrahenten sollten getrennt werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Ein eigener sicherer Stand (z.B. Beine hüftbreit auseinander, locker in den Knien) sorgt dafür, dass eventuellen körperlichen Attacken ausgewichen werden kann und man selber nicht leicht umgestoßen werden kann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Risikoabwägung in der akuten Situation</h5>



<p>In Problemsituationen gibt es häufig Bedingungen, die eine Risikoabwägung erleichtern. Treten mehrere Bedingungen zugleich auf, ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Bedingungen sind vielfältig und werden nacheinander benannt:</p>



<p>Schwierige Bedingungen sind gegeben, wenn der potentielle Aggressor einer Gruppe angehört, in der Gewalt zur Norm gehört und bekannt ist, dass er zu gewalttätigen übergriffen neigt. Daher sollte ein Wissen um die bisherige Lebensgeschichte und Erfahrungshintergründe des Klienten bestehen.</p>



<p>Schwierige Bedingungen bestehen auch, wenn der Aggressor bereits hoch erregt ist. Steht er unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, ist ein gewalttätiger übergriff wahrscheinlicher, da die Substanzen enthemmend wirken.</p>



<p>Wird bereits mit Gewalt gedroht, kann eine Deeskalation erschwert werden. Daher sollte immer auf Anzeichen von Erregung geachtet werden (z.B. geballte Fäuste, rote Flecken im Gesicht etc.)</p>



<p>Keine gute Bedingung ist gegeben, wenn sich der Aggressor ungerecht behandelt fühlt und ein Beziehungsproblem zum potenziellen Opfer besteht.</p>



<p>Falls eine psychische Erkrankung vorliegt, kann unter Umständen nur schwer interveniert werden.</p>



<p>Es bestehen aber auch Risiken, die sich aus der Situation des potentiellen Opfers ergeben. Das potentielle Gewaltopfer sollte darauf achten, dass es nicht alleine ist und Ausweichmöglichkeiten bestehen. Insgesamt muss beachtet werden, dass eine Einnahme der Opferrolle bzw. der Täterrolle, welche innerhalb der Interaktion eingenommen wird, sich wechselseitig beeinflusst und insgesamt eine Eskalation begünstigt. Daher soll dem Klienten auch auf gleicher Höhe begegnet werden. Sitzt ein Klient sollte man sich auch hinsetzten. Ein Sicherheitsgefühl, z.B. durch das eigene Büro, kann trügen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#124"><small>124</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewalt am Arbeitsplatz und deren Auswirkungen</h2>



<p>Nachdem die generellen Grundlagen zum Themenbereich Gewalt und Aggression beschrieben worden sind, wird nun der Bereich der Gewalt am Arbeitsplatz dargestellt. Die Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften sollen durch das Deeskalationstraining auf Praktika und auf ihr Berufsleben nach dem Studium vorbereitet werden. Folglich muss untersucht werden, für welche Berufsgruppen ein Risiko von Gewalterfahrungen besteht und welche Auswirkungen ein Gewalterlebnis haben kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition Gewalt am Arbeitsplatz</h3>



<p>Gewalt am Arbeitsplatz wird definiert als: „in Zusammenhang mit der Arbeit stehende Ereignisse &#8211; einschließlich des Weges von und zur Arbeit -, bei denen Mitarbeiter beschimpft, bedroht oder angegriffen werden und die eine ausgesprochene oder unausgesprochene Drohung gegen deren Sicherheit, Wohlergehen oder Gesundheit beinhalten.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#125"><small>125</small></a></p>



<p>Die Berufsgenossenschaften vertreten die Meinung, dass diese Definition noch weiter gefasst werden muss, um auch gewalttätige Vorfälle bezüglich Personen in Ausbildungsverhältnissen mit einbeziehen zu können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#126"><small>126</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Gewalt am Arbeitsplatz</h3>



<p>Das Phänomen der Gewalt am Arbeitsplatz betrifft verschiedene Berufsgruppen. Hauptrisikofaktoren für Beschäftigte sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>direkter Dienst am Menschen (z.B. Beratung, Information, Sozialfürsorge).</li>



<li>Ausübung von direkter Kontrolle oder amtlichen Befugnissen (z.B. finanzielle Leistungen versagen).</li>



<li>Arbeit in der Nacht (z.B. Heime, Notschlafstellen).</li>



<li>Einzelarbeitsplätze oder kleine Teams.</li>



<li>Arbeitsplatz in einer Gegend mit hoher Kriminalität .</li>
</ul>



<p>Zu den potentiellen Opfern zählen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, aber auch Mitarbeiter der Polizei, Angestellte in Banken und Busfahrer etc.</p>



<p>In Deutschland erfolgt eine Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft nur dann, wenn es unmittelbar zu Verletzungen mit einer Arbeitsunfähigkeit kam. Psychische Traumatisierungen durch ein Gewaltereignis werden häufig nicht erfasst, da der Zusammenhang zum auslösenden Ereignis oft nicht erkannt wird.</p>



<p>Die Ergebnisse einer EU-weiten Erhebung im Jahr 2000 haben Folgendes ergeben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>4% der europäischen arbeitenden Bevölkerung waren von übergriffen Dritter, also physischer Gewalt, betroffen.</li>



<li>9% waren psychischer Gewalt ausgesetzt.</li>
</ul>



<p>Nach Angaben des statistischen Bundesamtes im Jahre 2000 waren das auf Deutschland übertragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>ca. 1,6 Millionen Beschäftigte, die physischer Gewalt ausgesetzt waren</li>



<li>ca. 3,6 Millionen, die psychischer Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt waren.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#127"><small>127</small></a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Mögliche Folgen der Gewalt am Arbeitsplatz</h3>



<p>Die Folgen der Gewalt am Arbeitsplatz können sich körperlich auswirken (z.B. Schürfwunden, Schnittwunden, Zahn- und Augenverletzungen, Gehirnerschütterung). Psychischen Folgen können eine akute Belastungsreaktion und auch eine posttraumatische Belastungsstörung sein. Beide sind häufig bei Opfern von Gewalttaten zu beobachten. Während eine akute Belastungsreaktion innerhalb weniger Tage wieder abklingt, kann die posttraumatische Belastungsstörung zu massiven somatischen Beschwerden und sogar zum Ausscheiden aus dem Beruf führen. Betriebliche Auswirkungen sind dadurch zu verzeichnen. Mitarbeiter, die Gewaltsituationen ausgesetzt waren, können Angst vor weiteren Gewaltsituationen entwickeln, ihre Motivation kann sinken, sie könnten häufiger fehlen, und die Produktivität kann nachlassen.</p>



<p>Daher werden verschiedene präventive Maßnahmen genannt, die ein Betrieb einleiten sollte. Erstens sollen die Arbeitsplätze durch organisatorische und bauliche Maßnahmen so gestaltet werden, dass der potentielle Täter abgeschreckt wird (z.B. ausreichende Beleuchtung, Alarmanlagen, Vermeidung von potentiellen Waffen in der Nähe des Täters). Zweitens sollen die Mitarbeiter geschult werden, solche schwierigen Situationen im Vorfeld zu erkennen und deeskalierend darauf einzugehen. Drittens sollen die Opfer einer Gewalttat betreut werden, um eventuelle Auswirkungen zu reduzieren.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#128"><small>128</small></a></p>



<p>Wie bereits in Kapitel 2.2 geschildert, ist die Thematik des Deeskalationstrainings im sozialen Bereich generell noch nicht sehr bekannt. Von den verschiedenen Institutionen müsste mehr Aufklärungsarbeit für gewaltpräventive Schulungen betrieben werden. Falls Deeskalationstrainings in das Ausbildungssystem der Fachhochschulen integriert werden würden, könnten sie einen Beitrag dazu leisten, die Studierenden frühzeitig über die Wichtigkeit gewaltpräventiver Schulungen aufzuklären.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genderperspektive</h2>



<p>Im sozialen Bereich wird mit Menschen beider Geschlechter gearbeitet. Daher wird nun der Genderaspekt zu diesem Themenbereich dargestellt.</p>



<p>In der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte ist unumstritten, dass zumindest die körperliche Gewalt männlich besetzt ist. Das Verhältnis wird auf 90:10 festgelegt. Junge Männer sind häufig die Täter. Im Gegensatz dazu ist die Verteilung bei der innerfamiliären Gewalt fast paritätisch.</p>



<p>Im Bereich der Gewalt in der Schule sind Jungen drei bis vier Mal häufiger Täter von physischen Gewalttaten. Erhebungen haben aber auch belegt, dass Jungen signifikant häufiger Opfer von Gewalttaten werden.</p>



<p>Das kann jedoch nicht als Beleg dafür verwendet werden, dass Männer tatsächlich aggressiver sind. Frauen können subtilere Methoden wählen bzw. die eigene Gewalt gegen sich selbst richten. Im Vergleich zu den Männern wenden Frauen eher Strategien an, die zu psychischen Schäden führen können. Eine weitere Erklärung ist aber auch, dass Frauen oftmals nicht selbst kämpfen. Männer handeln dann stellvertretend für sie. Als Gegenleistung bewundern sie ihre Männer und trösten sie hinterher bei Bedarf.</p>



<p>In den letzten 25 Jahren wurde eine Zunahme der Frauenkriminalität im Allgemeinen, aber auch der durch Frauen begangenen Gewaltkriminalität verzeichnet (z.B. brutale Mädchen-Gangs). Die Entwicklung kann durch die Orientierung an männlichen Verhaltensmustern begründet werden (Emanzipation).</p>



<p>In der Forschung ist nicht umstritten, dass Geschlechterunterschiede bezüglich des aggressiven und gewalttätigen Verhaltens bestehen. Die Ursachen sind noch nicht gänzlich erforscht. Es werden einerseits biologische Gründe angenommen, andererseits aber auch Sozialisationseinflüsse und geschlechtsrollenspezifische Erwartungen vermutet. Aggressive Handlungen von Jungen werden verstärkt, Mädchen sollen eher Hilfsbereitschaft und Sanftmut zeigen. Insgesamt kann an der These, dass Frauen nicht im gleichen Maße Gewalt anwenden wie Männer, festgehalten werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#129"><small>129</small></a></p>



<p>Hans-Peter Nolting führt zusätzlich an, dass individuelle Unterschiede im persönlichen Umgang wichtiger sind als die geschlechtsspezifischen. Das bedeutet, dass sowohl Frauen als auch Männer als Klient gewalttätig werden können, wenn sie dieses Verhalten erlernt haben und über keine anderen Strategien verfügen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#130"><small>130</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Es ist schwierig, Gewalt und Aggression voneinander zu unterscheiden und zu definieren. Nicht nur die Wissenschaft vertritt dazu unterschiedliche Sichtweisen. Zusätzlich erschwert die individuelle Bewertung eine genaue Unterscheidung. Neuere Definitionen ermöglichen eine bessere Abgrenzung. Das Definitionskapitel wurde umfangreich gestaltet, da in der praktischen Durchführung des Deeskalationstrainings eine thematische Einheit geplant ist.</p>



<p>Für die Erklärung konkreter Aggressionsphänomene wird stets die Synthese verschiedener Faktoren benötigt. Die inneren Prozesse, die Situation, die Person, deren Entwicklung sowie interpersonale Bezüge sind von Fall zu Fall unterschiedlich auszufüllen.131 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sollten über die verschiedenen Faktoren aufgeklärt und auf eventuelle schwierige Situationen vorbereitet werden.</p>



<p>Die Handlungsempfehlungen zur Aggressionsminderung wurden aus dem Grundlagenwissen der Konfliktthematik (Ursachen und Aufrechterhaltung) und aus den Modellen der Entstehung von Aggression und Gewalt abgeleitet.</p>



<p>Da die Handlungsempfehlungen ebenfalls im Deeskalationstraining vermittelt werden, wurden sie umfangreich aufgeführt. In der praktischen Durchführung wird nur auf diese Kapitel verwiesen. Trainingsteilnehmer werden nicht alle Interventionsmöglichkeiten internalisieren. Einige Empfehlungen werden jedoch in der Erinnerung der Teilnehmer gespeichert.</p>



<p>Die Gewalt am Arbeitsplatz ist ein aktuelles Thema. Von Arbeitgebern wird der Handlungsbedarf zum Schutze der Mitarbeiter gesehen, da auch Folgeerscheinungen auftreten können. Die Aufklärung der Mitarbeiter sollte intensiviert werden. Fachhochschulen könnten die Studierenden bereits in der Ausbildung über den Themenbereich aufklären.</p>



<p>Der Genderaspekt kann nicht generalisiert angewendet werden. Die Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und der Lebensgeschichte des jeweiligen Klienten muss in jedem Einzelfall erfolgen.</p>



<p>Der hier dargestellte umfassende Themenbereich kann im Deeskalationstraining nicht vollständig behandelt werden, Exkurse auf Rückfragen von Teilnehmern sind jedoch möglich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/aggression-und-gewalt/">6. Aggression und Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<title>5. Konflikt</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/konflikt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 10:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Darstellung der Konfliktthematik ist Teil der überarbeitung des Leitfadens. Im Deeskalationstraining werden Teilbereiche der Konfliktforschung und der daraus abgeleiteten Interventionen behandelt. Diese werden nicht immer explizit als solche aufgezeigt und auch nicht immer vollständig behandelt. In diesem Kapitel wird der Schwerpunkt auf die Wissensgrundlagen zum Verständnis von Konflikten gelegt. Auf eine Darstellung der Genderperspektive [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/konflikt/">5. Konflikt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[				<div class="wp-block-uagb-table-of-contents uagb-toc__align-left uagb-toc__columns-1  uagb-block-d7860b33      "
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							Seitenverzeichnis						</div>
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						<ol class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#definition-konflikt" class="uagb-toc-link__trigger">Definition Konflikt</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#umgang-mit-konflikten" class="uagb-toc-link__trigger">Umgang mit Konflikten</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#destruktive-konfliktaustragung" class="uagb-toc-link__trigger">Destruktive Konfliktaustragung</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#konstruktive-konfliktaustragung" class="uagb-toc-link__trigger">Konstruktive Konfliktaustragung</a></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#ursachen-für-konflikte" class="uagb-toc-link__trigger">Ursachen für Konflikte</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#kommunikationsmodell-von-schulz-von-thun" class="uagb-toc-link__trigger">Kommunikationsmodell von Schulz von Thun</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#eskalation-von-konflikten" class="uagb-toc-link__trigger">Eskalation von Konflikten</a></li></ul></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#interventionsmöglichkeiten" class="uagb-toc-link__trigger">Interventionsmöglichkeiten</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#zusammenfassung" class="uagb-toc-link__trigger">Zusammenfassung</a></ul></ul></ol>					</div>
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<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Die Darstellung der Konfliktthematik ist Teil der überarbeitung des Leitfadens. Im Deeskalationstraining werden Teilbereiche der Konfliktforschung und der daraus abgeleiteten Interventionen behandelt. Diese werden nicht immer explizit als solche aufgezeigt und auch nicht immer vollständig behandelt. In diesem Kapitel wird der Schwerpunkt auf die Wissensgrundlagen zum Verständnis von Konflikten gelegt. Auf eine Darstellung der Genderperspektive wurde in diesem Kapitel verzichtet, da nur Tendenzen aufgezeigt, aber keine fundierten Aussagen gemacht werden könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Definition Konflikt</h2>



<p>Es wird hier nur die Definition von Friedrich Glasl aufgeführt, da sie umfassend, ausreichend und auf das Deeskalationstraining anwendbar ist. Der soziale Konflikt ist ein Konflikt zwischen Menschen (interindividuell). Im Deeskalationstraining werden die Teilnehmer auf diese Konflikte vorbereitet.</p>



<p>„Ein sozialer Konflikt ist eine Interaktion</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.),</li>



<li>wobei wenigstens ein Aktor</li>



<li>eine Differenz bzw. Unvereinbarkeiten<br>im Wahrnehmen<br>und im Denken bzw. Vorstellen<br>und im Fühlen<br>und im Wollen</li>



<li>mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren) in der Art erlebt,</li>



<li>dass beim Verwirklichen dessen, was der Aktor denkt, fühlt oder will eine BeeintrÄchtigung</li>



<li>durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#83"><small>83</small></a></li>
</ul>



<p>Für die Definition benennt Glasl folgende wichtige Faktoren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es besteht eine Interaktion (ein aufeinander bezogenes Kommunizieren oder Handeln) der Konfliktparteien. Diese muss nicht immer in Gewalthandlungen münden. Es reicht aus, dass nur eine Person Unvereinbarkeiten als solche erlebt und darauf reagiert.</li>



<li>Die Unvereinbarkeiten müssen zudem auch im Wollen oder Fühlen erfasst werden. Wenn nicht wahrgenommen wird, dass Unvereinbarkeiten bestehen, kann dies nicht als sozialer Konflikt bezeichnet werden.</li>



<li>Wenigstens eine Partei muss die Interaktion mit der Gegenpartei so bewerten, dass ihr die Schuld an der Nicht-Verwirklichung der eigenen Gedanken, Gefühle etc. gegeben wird. Dabei ist unerheblich, ob die Gegenpartei das bewusst oder unbewusst bzw. unabsichtlich getan hat.</li>
</ul>



<p>Die Unvereinbarkeit kann auf der kognitiven und auf der Wahrnehmungsebene erfolgen, es muss aber auch noch ein entsprechendes Handeln (z.B. verbale oder nonverbale Kommunikation) hinzukommen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#84"><small>84</small></a></p>



<p>Nur wenn alle Faktoren gegeben sind, kann von einem sozialen Konflikt gesprochen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umgang mit Konflikten</h2>



<p>Konflikte werden oft als bedrohlich oder schmerzvoll erlebt. Daher versuchen viele Menschen, ihnen auszuweichen. Sie vermeiden jegliche Konfrontation mit dem Gegenüber. Die positive Seite von Konflikten (z.B. Chance zur Veränderung) wird häufig nicht wahrgenommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Destruktive Konfliktaustragung</h3>



<p>Die destruktive Konfliktaustragung ist Gegenstand des Deeskalationstrainings. Konflikte werden häufig auf diese Art ausgelebt. Dadurch können Situationen entstehen, welche unbedingt deeskaliert werden müssen, um Gewaltanwendungen zu verhindern.</p>



<p>Eine Meinungsverschiedenheit kann oft in einen persönlichen Konflikt münden. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Konfliktparteien zu bestimmten Problemen werden bewertet. Es werden sehr schnell Vorwürfe herausgehört, selbst wenn keine vorhanden sind, Motive unterstellt, die unter Umständen nicht gegeben sind, und Absichten unterstellt, die nicht angestrebt sein müssen. Zu Beginn eines Konflikts handelt es sich nur um ein Problem. Das Gespräch über das Problem wird mit der Zeit unspezifischer und allgemeiner. Das Problem vervielfältigt sich und wird immer undurchschaubarer. Schließlich wird auch die Kommunikation immer ungenauer und indirekter. Je mehr der Konflikt an Intensität und emotionaler Verwicklung zunimmt, desto mehr reduziert sich die Fähigkeit der Kommunikation. Oft endet der Konflikt in einer Sackgasse.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#85"><small>85</small></a>&nbsp;Genau dies soll das Deeskalationstraining verhindern helfen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Konstruktive Konfliktaustragung</h3>



<p>Innerhalb der konstruktiven Konfliktaustragung wird Seite an Seite an einer Lösung gearbeitet. Es geht erstens um das Herausfiltern der verschiedenen Interessen der Konfliktparteien und zweitens um die Suche nach einer Lösung, die die unterschiedlichen Interessen der Konfliktparteien befriedigt. Die konstruktive Konfliktlösung führt auf beiden Seiten zu Zufriedenheit und verbessert die Beziehung zueinander (Win-Win-Situation).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#86"><small>86</small></a></p>



<p>Damit eine konstruktive Konfliktaustragung ermöglicht wird, muss eine Wissensbasis geschaffen werden. Deeskalationstrainings der Gewaltakademie und der AGDF (Kapitel 2.2) beschäftigen sich intensiv mit diesem Aspekt. Das in dieser Arbeit dargestellte Training beinhaltet hauptsächlich die Entschärfung eskalierender Situationen. Die Bearbeitung eines Konfliktes kann auch erst nach einer Deeskalation erfolgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ursachen für Konflikte</h2>



<p>Es gibt viele unterschiedliche Ursachen für Konflikte. In diesem Kapitel werden die Ursachen für interpersonelle Konflikte betrachtet, welche im Deeskalationstraining behandelt werden. Wenn die Ursachen für einen Konflikt beseitigt werden können, ist eine Deeskalation möglich.</p>



<p>Die persönlichen Einstellungen und Verhaltensmotive im Sinne von Handlungsantrieben (Bedürfnisse) sind die maßgeblichen Ursachen für Konflikte. Die subjektive Bewertung der Beteiligten über eine Interaktion oder eine bestimmte Situation entscheidet darüber, ob ein Konflikt erkannt wird und eine Reaktion erfolgt. Daher ist es wichtig, die Einstellungen und Handlungspläne der an einem Konflikt Beteiligten zu kennen, um adäquat intervenieren zu können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#87"><small>87</small></a></p>



<p>Es gibt Menschen, die allein durch ihre Persönlichkeitsmerkmale eher zu Konflikten disponiert sind. Das betrifft autoritäre oder dogmatische Menschen, die eher rigide oder starr in ihren Urteilen sind, Menschen, die sich häufiger ungerecht behandelt fühlen und Menschen, die unfähig sind ihre bestehenden Anliegen auf anderem Wege zu verfolgen bzw. diese klar und sachlich mitzuteilen. Die unterschiedlichen lebensgeschichtlichen Lernerfahrungen der Individuen müssen berücksichtigt werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#88"><small>88</small></a></p>



<p>Es bestehen auch einzelne Konfliktursachen und konkrete Anlässe, die einen Konflikt entstehen lassen oder wahrnehmbar machen. Die verschiedenen konkreten Anlässe können unter anderen verletzte Gefühle (z.B. Wunsch nach Anerkennung), intrapersonelle Probleme (z.B. „Ordnungsfimmel“, ängste), Beziehungsprobleme (z.B. Abhängigkeitsverhältnis) und Kommunikationsprobleme (z.B. Missverständnisse, wichtige Informationen fehlen) sein. Viele Konfliktursachen kollidieren. So kann sich beispielsweise eine bestimmte Sichtweise oder ein Wert (intrapersonell) mit den emotionalen Interessen bzw. Bedürfnissen überschneiden.</p>



<p>Hinter einem aktuellen Konflikt können auch Hintergrundkonflikte (vgl. Abb. 3) bestehen.</p>



<p>Hinter einem Beziehungsproblem, welches sich in einem aktuellen Konflikt äußert, können Missverständnisse, eine bestimmte Sichtweise oder intrapersonelle Probleme stehen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#90"><small>90</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Kommunikationsmodell von Schulz von Thun</h3>



<p>In einer Deeskalationssituation ist die Kommunikation immer das hauptsächliche Mittel.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#91"><small>91</small></a>&nbsp;Eine unklare Kommunikation kann eine mögliche Konfliktursache darstellen. Daher wird nun das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun beschrieben.</p>



<p>Das Modell stellt die Vielschichtigkeit der Kommunikation dar. Mitteilungen, die gesendet werden, können vom Empfänger anders gedeutet werden, da in einer einzigen Nachricht vier Aspekte voneinander zu unterscheiden sind.</p>



<p>Unterschieden wird:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Sachinhalt (die mitzuteilenden sachlichen Informationen).</li>



<li>Die Selbstkundgabe bzw. die Selbstoffenbarung (hier teilt der Sender etwas über sich selbst mit; z.B. seine Persönlichkeit, sein aktuelles Befinden).</li>



<li>Der Beziehungshinweis (der Sender gibt dem Empfänger zu verstehen, wie er zu ihm steht, was er von ihm hält und wie er ihre Beziehung definiert).</li>



<li>Der Appell (der Versuch Einfluss zu nehmen, eine Wirkung zu erzielen).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#93"><small>93</small></a></li>
</ul>



<p>Der Empfänger einer Nachricht verfügt analog über vier Ohren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Appell-Ohr (die Aufforderung wird herausgehört und der Empfänger fühlt sich gegebenenfalls unter Druck gesetzt).</li>



<li>Das Beziehungs-Ohr (es wird aufgenommen, was der Sender vom Empfänger zu halten scheint).</li>



<li>Das Selbstkundgabe-Ohr (diagnostische Tätigkeit des Empfängers über eventuelle Motive und Gefühle des Senders).</li>



<li>Das Sach-Ohr (Versuch, die sachlichen Informationen zu verstehen).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#95"><small>95</small></a></li>
</ul>



<p>Das Deeskalationstraining vermittelt Handlungsstrategien, die die Kommunikation einschließen. Ein Wissen um die Vielschichtigkeit der Kommunikation kann einen Beitrag dazu leisten, eine Eskalation zu verhindern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eskalation von Konflikten</h3>



<p>Konflikte können eskalieren und in Gewaltanwendungen münden. In diesem Kapitel soll einerseits beschrieben werden, welche Mechanismen diese Eskalation vorantreiben, andererseits aber auch, welche verschiedenen Stadien ein Konflikt durchlaufen kann. In Konfliktsituationen können viele verschiedene Basismechanismen gleichzeitig wirksam sein. Sie können zur Verzerrung der Wahrnehmung, zur Fixierung der feindseligen Einstellungen und zu destruktivem Verhalten der Konfliktparteien führen. Diese Tendenzen werden nun kurz dargestellt, um die Vielschichtigkeit und Schwierigkeit der Konfliktdynamik zu verdeutlichen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Projektion</h4>



<p>Die Konfliktparteien projizieren alles Negative auf die Gegenpartei. Die andere Seite ist die Ursache der Probleme. Mit der Zeit steigt die Anzahl der Streitfragen. Es werden immer mehr Probleme in den Konflikt eingebracht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kognitive Komplexitätsreduktion</h4>



<p>Die Konfliktparteien neigen dazu, die Situation stark zu vereinfachen. Mit der Zeit sind keine klaren Ursachen-Wirkungszusammenhänge mehr zu bestimmen. Die Streitpunkte werden auf der subjektiven und objektiven Ebene vermischt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Simplifizierung der Kausalitätsbeziehungen</h4>



<p>Die Konfliktparteien neigen zu vereinfachenden Erklärungsmodellen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Personifizieren des Konfliktes</h4>



<p>Während die Konfliktparteien andere Menschen zur eigenen Unterstützung in den Konflikt einbeziehen, nimmt der tatsächliche Kontakt zum Konfliktgegner ab. Durch die Erhöhung der Gewaltandrohung hoffen beide Seiten, dass die andere Seite nachgibt. Dadurch wird aber nur die Eskalation beschleunigt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#96"><small>96</small></a></p>



<p>Zur Veranschaulichung der Konfliktdynamik werden nun die neun Stufen der Eskalation eines Konfliktes nach Glasl dargestellt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 1: Verhärtung</h5>



<p>In der Phase verhärten sich die Standpunkte und prallen aufeinander. Verkrampfungen der Konfliktparteien können entstehen. Es besteht aber noch die Einstellung, dass die Spannungen durch Gespräche abgebaut werden können.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 2: Debatte und Polemik</h5>



<p>Es findet eine Polarisation im Denken, Fühlen und Wollen statt (Schwarz-Weiß-Denken). Eine Sichtweise von Unter- und überlegenheit entsteht.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 3: Taten statt Worte</h5>



<p>Die Sichtweise, dass Reden nicht mehr hilft, ist entstanden. Die Empathie mit der anderen Person geht verloren und die Gefahr von Fehlinterpretationen wächst.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 4: Images und Koalitionen</h5>



<p>Die Konfliktparteien manövrieren sich gegenseitig in negative Rollen und bekämpfen sich. Es findet eine Werbung um Anhänger statt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 5: Gesichtsverlust</h5>



<p>Es kommt zu öffentlichen und direkten Angriffen, die den Gesichtsverlust des Gegners erzielen wollen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 6: Drohstrategien</h5>



<p>Drohungen und Gegendrohungen nehmen zu. Durch das Aufstellen von Ultimaten wird die Eskalation begünstigt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 7: Begrenzte Vernichtungsschläge</h5>



<p>Der Gegner wird als Ding und nicht mehr als Mensch gesehen. „Vernichtungsschläge“, die noch begrenzt sind, werden als passende Antworten ausgeführt. Ein kleiner Schaden, der beim Gegenüber bewirkt werden kann, wird als großer Gewinn betrachtet.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 8: Zersplitterung</h5>



<p>Die Zerstörung und Auflösung des Gegners wird intensiv als Ziel verfolgt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stufe 9: Gemeinsam in den Abgrund</h5>



<p>Es kommt zur totalen Konfrontation.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#98"><small>98</small></a></p>



<p>Insgesamt kann festgestellt werden, dass eine Konfliktintervention sehr frühzeitig stattfinden sollte, um schwere Auswirkungen zu verhindern. Mögliche Interventionen werden im folgenden Kapitel dargestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Interventionsmöglichkeiten</h2>



<p>Im Deeskalationstraining werden Interventionen zur Deeskalation heißer (aktuell aktiver) Konflikte vermittelt. Bei der Deeskalation von aktuellen Konflikten ist zunächst nicht wichtig, welche Hintergrundkonflikte bestehen. Der aktuell aufgetretene Konflikt muss immer behandelt und auch gelöst werden. Die gegenseitige Beeinflussung und Abhängigkeit von Konfliktursachen stellen dabei natürlich ein Problem dar.</p>



<p>Eine weitere Konfliktbearbeitung kann nach der Deeskalation erfolgen und ist nicht Teil des Trainings.</p>



<p>Zur Deeskalation aktueller Konflikte wird die Veränderung eines oder mehrerer Faktoren empfohlen. Wenn entweder auf der Verhaltensebene oder auf der Wahrnehmungsebene bzw. auf diesen beiden Ebenen eine Veränderung erwirkt werden kann, besteht eine Möglichkeit zur Deeskalation. Einerseits kann die Kommunikation unter den Konfliktparteien gefördert werden. Das kann bedeuten, dass die Gegner überhaupt miteinander ins Gespräch kommen, aber auch, dass man sie dabei motiviert, ihre Interessen zu verbalisieren. Der Vermittler sollte gut zuhören und die Klärung durch Fragen unterstützen. Andererseits sollte die Wahrnehmung der Parteien gefördert werden, da sie in einem Konflikt eingeengt ist. Es sollte eine positivere und bewusste Wahrnehmung aufgebaut werden. Nur so kann eine andere Sichtweise des Konfliktgeschehens erfolgen und Lösungen überlegt werden. Im Hinblick auf Lösungen müssen beide Parteien einbezogen werden. Sie müssen ablehnen oder zustimmen können. Insgesamt sollte die Position des Vermittlers neutral sein (z.B. keine wertenden Begriffe nutzen). Der Vermittler sollte fair vorgehen. Angestrebt werden sollten Win-Win-Lösungen. Da sie nicht immer erreicht werden können, muss zumindest ein Kompromiss angestrebt werden. Die einzelnen Handlungsempfehlungen, welche im Deeskalationstraining vermittelt werden, sind im Kapitel 6.3 dargestellt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#99"><small>99</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Wer Konflikte deeskalieren will, sollte über ein Grundwissen verfügen.</p>



<p>Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Konflikten umzugehen. Das Deeskalationstraining befasst sich mit dem destruktiven Konfliktumgang. Die Teilnehmer sollen aber auch lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen. Es gibt vielfältige Ursachen, welche Konflikte auslösen können. Diese sind einerseits auf interpersonelle, andererseits auf intrapersonelle Bedingungen zurückzuführen. Auch eine unklare Kommunikation kann Konflikte auslösen. Ein Wissen um die Ursachen dient zur Sensibilisierung für diese Thematik und hilft, Konflikte im Ansatz zu erkennen und adäquat damit umzugehen. Konflikte entwickeln ihre eigene Dynamik. Die Konfliktdynamik wird durch verschiedene Mechanismen vorangetrieben. Daher sollte sehr frühzeitig interveniert werden. Aus dem Grundlagenwissen zur Entstehung und Aufrechterhaltung eines Konfliktes lassen sich Interventionen ableiten, welche im Training vermittelt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/konflikt/">5. Konflikt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>4. Gruppe</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/gruppe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 10:51:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.deeskalation-jetzt.de/?p=1674</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie bereits beschrieben, wird das Training mit Gruppen durchgeführt. Daher werden die für das Deeskalationstraining wichtigsten Grundlagen in der Arbeit mit Gruppen dargestellt. Die Grundlagen wurden in der praktischen Durchführung umgesetzt, jedoch in der schriftlichen Darstellung des Leitfadens nicht aufgeführt. Definition Gruppe Der Begriff der Gruppe ist nicht eindeutig definiert. Das begründet sich, trotz umgangssprachlicher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/gruppe/">4. Gruppe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[				<div class="wp-block-uagb-table-of-contents uagb-toc__align-left uagb-toc__columns-1  uagb-block-d7860b33      "
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						<ol class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#definition-gruppe" class="uagb-toc-link__trigger">Definition Gruppe</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#phasenmodell-der-gruppendynamik-von-langmaak-und-braune-krickau" class="uagb-toc-link__trigger">Phasenmodell der Gruppendynamik von Langmaak und Braune-Krickau</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#phase-1-ankommen-auftauen-und-sich-orientieren" class="uagb-toc-link__trigger">Phase 1: Ankommen, Auftauen und sich orientieren</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#phase-2-gärung-und-klärung" class="uagb-toc-link__trigger">Phase 2: Gärung und Klärung</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#phase-3-arbeitslust-und-produktivität" class="uagb-toc-link__trigger">Phase 3: Arbeitslust und Produktivität</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#phase-4-transfer-abschluss-und-abschied" class="uagb-toc-link__trigger">Phase 4: Transfer, Abschluss und Abschied</a></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#lernen-in-gruppen" class="uagb-toc-link__trigger">Lernen in Gruppen</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#definition-lernen" class="uagb-toc-link__trigger">Definition Lernen</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#perspektiven-des-lernens-in-erwachsenengruppen" class="uagb-toc-link__trigger">Perspektiven des Lernens in Erwachsenengruppen</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#verhaltensänderung" class="uagb-toc-link__trigger">Verhaltensänderung</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#ganzheitliches-lernen" class="uagb-toc-link__trigger">Ganzheitliches Lernen</a></li></ul></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#methoden" class="uagb-toc-link__trigger">Methoden</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#kleingruppenarbeit" class="uagb-toc-link__trigger">Kleingruppenarbeit</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#plenumsarbeit" class="uagb-toc-link__trigger">Plenumsarbeit</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#spielerische-übungen" class="uagb-toc-link__trigger">Spielerische Übungen</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#rollenspiel" class="uagb-toc-link__trigger">Rollenspiel</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#reflexion" class="uagb-toc-link__trigger">Reflexion</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#feedback" class="uagb-toc-link__trigger">Feedback</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#blitzlicht" class="uagb-toc-link__trigger">Blitzlicht</a></li></ul></li></ul></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#aufgaben-des-gruppenleiters" class="uagb-toc-link__trigger">Aufgaben des Gruppenleiters</a><ul class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#vorbereitung-und-planung" class="uagb-toc-link__trigger">Vorbereitung und Planung</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#durchführung" class="uagb-toc-link__trigger">Durchführung</a><li class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#auswertung" class="uagb-toc-link__trigger">Auswertung</a></li></ul></li></ul></li></ul></li></ul></li><li class="uagb-toc__list"><a href="#zusammenfassung" class="uagb-toc-link__trigger">Zusammenfassung</a></ul></ul></ul></ul></ol>					</div>
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<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Wie bereits beschrieben, wird das Training mit Gruppen durchgeführt. Daher werden die für das Deeskalationstraining wichtigsten Grundlagen in der Arbeit mit Gruppen dargestellt. Die Grundlagen wurden in der praktischen Durchführung umgesetzt, jedoch in der schriftlichen Darstellung des Leitfadens nicht aufgeführt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Definition Gruppe</h2>



<p>Der Begriff der Gruppe ist nicht eindeutig definiert. Das begründet sich, trotz umgangssprachlicher Allgemeinverständlichkeit, durch die Vielfalt der Gruppen, in denen wir leben. Wichtig ist, dass nicht jede Ansammlung von Menschen als Gruppe definiert werden kann.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#52"><small>52</small></a></p>



<p>Zum besseren Verständnis werden zwei Definitionen vorgestellt.</p>



<p>Erste Definition: „Eine sozialpsychologische Gruppe ist ein organisiertes System von zwei und mehr Individuen, die so miteinander verbunden sind, dass in einem gewissen Grade gemeinsame Funktionen möglich sind, Rollenbeziehungen zwischen Mitgliedern bestehen und Normen existieren, die das Verhalten der Gruppe und aller Mitglieder regeln.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#53"><small>53</small></a></p>



<p>Diese doch etwas allgemeine Definition wird durch eine zweite, die Gruppe im Deeskalationstraining genauer beschreibende, ergänzt.</p>



<p>Zweite Definition: „Eine Anzahl von Menschen bilden dann eine Gruppe, wenn sie gemeinsam geteilte Anliegen und Ziele haben, sowie die Einsicht, diese gemeinsam besser erreichen zu können als allein. Eine Gruppe entsteht im engeren Sinne nur, wenn die einzelnen Mitglieder sich in gewissem Umfange gegenseitig benötigen und benötigen wollen, um ihre Ziele zu erreichen. Eine Gruppe ohne gemeinsames Thema wird keine Gruppe werden.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#54"><small>54</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Phasenmodell der Gruppendynamik von Langmaak und Braune-Krickau</h2>



<p>Bis aus einer Anzahl von Menschen eine Gruppe entsteht, werden verschiedene Phasen durchlaufen. Die Phasen sind in unterschiedlichen Phasenmodellen der Gruppendynamik festgehalten worden. Die Kenntnis über die verschiedenen Phasen der Gruppendynamik hilft bei der Planung, Begleitung und Auswertung des Gruppenprozesses.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#55"><small>55</small></a></p>



<p>Das Modell von Langmaak und Braune-Krickau wurde ausgewählt, da es zusätzlich die Aufgaben des Gruppenleiters veranschaulicht. Die weiteren Aufgaben des Gruppenleiters werden in Kapitel 4.5 dargestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 1: Ankommen, Auftauen und sich orientieren</h3>



<p>Die Phase ist durch abwartendes und beobachtendes Verhalten, Unsicherheit und der Suche nach Sicherheit gekennzeichnet. Solange sich die Teilnehmer noch nicht akzeptiert und zur Gruppe zugehörig erleben, verhalten sie sich anders als sonst (reden zu laut, sind still etc.). Ein akzeptierendes Klima fördert das Vertrauen der Teilnehmer. Der Leiter des Trainings muss klare und eindeutige Strukturen vorgeben (Regeln festlegen, den Ablauf des Seminars erklären etc.). In der ersten Phase wird dem Leiter die gesamte Verantwortung von der Gruppe übertragen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#57"><small>57</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 2: Gärung und Klärung</h3>



<p>Sobald die Teilnehmer etwas mehr Vertrauen gefasst und sich an die Situation gewöhnt haben, kann das vorsichtige Abtasten beendet werden. Rollen- und Statusbehauptungen beeinflussen die Gruppe, Rivalitäten beginnen und werden offen ausgetragen, das Konfliktpotential steigt. Konflikte werden oft an den Inhalten der Sachebene ausgetragen (bei Entscheidungen für oder gegen eine bestimmte Vorgehensweise etc.). Die Entscheidungsregeln der Gruppe sind noch nicht erprobt. Der Leiter sollte nicht stellvertretend für sie entscheiden, da die Teilnehmer die Erfahrung, machen sollen, dass es für die Gruppe wichtig ist, Entscheidungsregeln zu finden, Rollen und Funktionen zu verteilen und für alle Mitglieder akzeptable Normen für das Leben miteinander zu schaffen. In der zweiten Phase wird der Leiter insgesamt einer kritischen Betrachtung unterzogen. Das Ziel der Phase ist eine soziale Organisation der Gruppe, wodurch sie zur sachbezogenen Arbeit fähig wird. Neu auftauchenden Konflikten muss der Gruppenleiter immer wieder Raum geben, um eine Stagnation der Fortentwicklung der Gruppe zu vermeiden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#58"><small>58</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 3: Arbeitslust und Produktivität</h3>



<p>In der dritten Phase entsteht die Offenheit der Teilnehmer für neue und schwierige Arbeitsthemen. Es findet eine konstruktive Beschäftigung mit der Sache selbst statt. Die Gruppe befindet sich in einer Phase relativ stabiler Arbeitsfähigkeit. Das Bedürfnis, Resultate zu erzielen, erhöht die Fähigkeiten und den Energiepegel aller Teilnehmer. Die Gruppenstruktur ist gut entwickelt, es herrschen eingespielte Umgangsformen und die zwischenmenschlichen Beziehungen sind stabiler. Die Phase ist jedoch nicht krisenfrei. Der Leiter muss ständig überprüfen, ob die bisher aufgestellten Rollen, Führungsstrukturen etc., weiterhin von den Gruppenmitgliedern akzeptiert werden bzw. ob sie noch gewollt sind. In der dritten Phase können sich die zwei vorangegangenen Phasen im zyklischen Prozess wiederholen, da jede neue Aufgabe Unsicherheiten wecken kann. Die Gruppe bleibt in Bewegung.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#59"><small>59</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 4: Transfer, Abschluss und Abschied</h3>



<p>Die Abschiedsphase muss bei einer vorgegebenen Dauer des Trainings gut vorbereitet werden: Es ist Zeit, vom Wir (Gruppe) wieder ins Ich (Individuum) zurückzukehren. Zuerst müssen alle Themen, die besprochen wurden, zu einem Abschluss gebracht werden. Danach wird der Transfer der im Training gewonnenen Erkenntnisse und des neu angeeigneten Wissens auf das eigene Arbeitsfeld oder auf zu Hause vollzogen. Generell sollte allen Teilnehmern die zeitliche Möglichkeit bleiben, Verabredungen mit ausgesuchten Mitteilnehmern zu vereinbaren und sich in Ruhe zu verabschieden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#61"><small>61</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Lernen in Gruppen</h2>



<p>Nachfolgend werden die spezifischen Lernmöglichkeiten im Deeskalationstraining dargelegt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition Lernen</h3>



<p>An dieser Stelle werden ausgewählte Definitionen genannt, die sich auf den Themenbereich des Lernens im Deeskalationstraining beziehen lassen. Erste Definition: Lernen ist „die Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotential eines Organismus in einer bestimmten Situation, die auf wiederholte Erfahrungen des Organismus in dieser Situation zurückgeht.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#62"><small>62</small></a>&nbsp;Nach der in der Literatur oft zitierten Definition von Bower und Hilgard vollzieht sich das Lernen eines Organismus in Prozessen. Die Definition lässt sich auf das Deeskalationstraining übertragen. Im Rollenspiel können die Studierenden ihr eigenes Verhalten in schwierigen Situationen erkennen. Die Methodik des Trainings ermöglicht den Studierenden eine Veränderung in ihrem Verhalten bzw. Verhaltenspotential durch eigene Erfahrungen.</p>



<p>Zweite Definition: Lernen bezeichnet die „durch Erfahrung entstandene Verhaltensänderungen und Möglichkeiten, die Organismen befähigen, aufgrund früherer und weiterer Erfahrungen situationsangemessen zu reagieren. Menschl. L. ist eine überwiegend einsichtige, aktive, sozial vermittelte Aneignung von Kenntnissen.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#63"><small>63</small></a>&nbsp;Die Zweite Definition erweitert die erste im Hinblick auf das menschliche Lernen. Menschliches Lernen benötigt nicht nur verschiedene Erfahrungen, sondern auch die Einsicht, das Verhalten verändern zu wollen. Die Studierenden erhalten im Training die Möglichkeit, ihr Verhalten aktiv zu verändern. Sie können voneinander und miteinander lernen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Perspektiven des Lernens in Erwachsenengruppen</h3>



<p>Lernen findet in jeder Alterstufe statt. Wir lernen als Kinder, Jugendliche und auch als Erwachsene (life-long-learning)<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#64"><small>64</small></a>. Die Arbeit in Gruppen spricht verschiedene Perspektiven des Lernens an und ist dadurch als sehr effektiv zu bezeichnen. An dieser Stelle werden jetzt die für das Deeskalationstraining wichtigen Perspektiven benannt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Individuelle Perspektive</h4>



<p>Jeder ist für sein eigenes Lernen verantwortlich. Jeder einzelne Teilnehmer entscheidet mit, ob, was, wann, wie und mit welchem Zeitaufwand er lernen will. Die Gruppe ist mit ihrem sozialen und fachlichen Potential eine Ressource für das Lernen jedes Einzelnen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#65"><small>65</small></a>&nbsp;Im Deeskalationstraining besteht das Prinzip der Freiwilligkeit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gruppenperspektive</h4>



<p>Im Vordergrund stehen der Ausbau und die Gestaltung von Beziehungen, die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung oder die Reflexion von Spielregeln, welche das Lernen und Arbeiten in einer Gruppe fördern oder behindern können. Lernen in Gruppen ist insbesondere ein Lernen durch Kommunikation und Dialog.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#66"><small>66</small></a>&nbsp;Im Deeskalationstraining erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, voneinander und miteinander zu lernen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handlungsorientierte Perspektive</h4>



<p>Die Motivation zum Lernen steigt, wenn wir das, was wir lernen, im privaten Bereich oder im Arbeitsbereich anwenden können (Transfer). Lernen erweitert die Handlungsmöglichkeiten, hilft Probleme zu lösen und neue Einsichten zu gewinnen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#67"><small>67</small></a>&nbsp;Das Deeskalationstraining vermittelt praktische und anwendbare Handlungsempfehlungen, die in Gewalt-, Bedrohungs- und Konfliktsituationen angewendet werden können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gesellschaftliche Perspektive</h4>



<p>Die gesellschaftliche Perspektive des Lernens in Gruppen muss besonders betont werden, da sie auch von manchen Anbietern als Hauptziel verfolgt wird (z.B. Gewaltakademie Villigst und der AGDF). Abraham Maslow, ein Behaviorist und Verhaltensforscher, der sich mit der Gruppenforschung beschäftigt hat, sagte: „Gelingt die Arbeit in einer Gruppe, kann man eine ideale Gesellschaft en miniature erleben.“<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#68"><small>68</small></a>&nbsp;Er glaubt, dass die Gruppe möglicherweise dazu beitragen könnte, die Gesellschaft humaner, großzügiger, freundlicher und sozialer zu machen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#69"><small>69</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Verhaltensänderung</h3>



<p>Im Deeskalationstraining wird das Verhalten in schwierigen Situationen trainiert. Welche Voraussetzungen dabei beachtet werden, wird im folgenden Kapitel dargestellt.</p>



<p>Zunächst muss der Leiter einer Gruppe dafür sorgen, dass er an den Vorerfahrungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und dem Können der Personen ansetzt, um jede Person so zu motivieren ihr Verhalten zu ändern. Die Motivation ist also eine wichtige Grundlage für das Lernen.</p>



<p>Die Verhaltensänderungen können über mehrere Wege erreicht werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>durch das Sammeln von Erfahrungen und durch Handlungen</li>



<li>durch Einsicht</li>



<li>durch die Beobachtung (Lernen am Modell)</li>



<li>durch positive oder negative Verstärkung</li>



<li>durch übung und Training</li>



<li>durch Gespräche&nbsp;<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#70"><small>70</small></a></li>
</ul>



<p>Die beschriebenen Wege der Verhaltensänderung werden in der Methodik des Deeskalationstrainings angewendet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ganzheitliches Lernen</h3>



<p>Das ganzheitliche Lernen wurde bereits erwähnt. Was das ganzheitliche Lernen ist und warum es angewendet werden sollte, wird nachfolgend vorgestellt.</p>



<p>Lernen wird durch Prozesse im Gehirn vollzogen. Unser Großhirn ist in eine linke und eine rechte Hemisphäre unterteilt. Jede Gehirnhälfte übernimmt eine spezifische Aufgabe (links rational, rechts emotional). Obwohl das Gehirn in unterschiedliche Aufgabenbereiche unterteilt ist, funktioniert es nur als Ganzes. Beim klassischen schulischen Lernen wird nur die linke Hemisphäre gefördert. Wir lernen jedoch über beide Gehirnhälften.</p>



<p>Ganzheitliches Lernen meint also die Berücksichtigung beider Hemisphären. Das bedeutet, dass der Lernstoff digital (sprachlich, logisch, analytisch), aber auch analog (bildhaft, nonverbal, visuell) aufbereitet werden sollte. Nur wenn beide Hirnhälften angesprochen werden, ist ein optimales Lernen möglich. Zudem muss bedacht werden, dass es Menschen gibt, die eher links dominant veranlagt sind, also leichter mit Zahlen und Symbolen umgehen können und Menschen, die rechts dominant sind, wodurch sie besser auf bildhafte Vorstellungen zurückgreifen können. Folglich muss ein Lernstoff auf diese unterschiedlich veranlagten Lerntypen ausgerichtet werden. Ein Lernerfolg ist also abhängig von der Methode.</p>



<p>Lernende behalten durchschnittlich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>20% von dem, was sie gehört haben</li>



<li>30% von dem, was sie gesehen haben</li>



<li>50% von dem, was sie gehört und gesehen haben</li>



<li>70% von dem, was sie selbst gesagt haben</li>



<li>90% von dem, was sie selbst ausgeführt bzw. selbst mitdenkend erarbeitet haben<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#71"><small>71</small></a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Methoden</h2>



<p>Es wird nun dargestellt, in welcher Weise und mit welcher Intention die benannten Methoden des Deeskalationstrainings eingesetzt werden. Zudem werden die aufgeführten Wege zur Erreichung von Verhaltensänderungen in den jeweiligen Unterkapiteln eingeordnet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kleingruppenarbeit</h3>



<p>In einer Kleingruppenarbeit setzen sich die Teilnehmer kognitiv mit dem Problemfeld auseinander. Sie müssen sich in einer kleinen Gruppe organisieren und Rollen wie z.B. den Sprecher der Gruppe, den Schreiber auswählen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#72"><small>72</small></a>&nbsp;Innerhalb dieser Methode ist die Möglichkeit zur Verhaltensänderung durch Gespräche, durch das Sammeln von Erfahrungen durch Handlungen, durch Einsicht und durch positive oder negative Verstärkung gegeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Plenumsarbeit</h3>



<p>Die Auswertungen von Kleingruppenarbeiten, Reflexionen und Diskussionen werden immer im Plenum mit der gesamten Gruppe ausgeführt. Die Gruppe kann vom Potential einzelner Teilnehmer lernen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#73"><small>73</small></a>&nbsp;Durch Gespräche, durch positive oder negative Verstärkung (Feedback oder ähnliches) und durch das Sammeln von Erfahrungen durch Handlungen besteht die Möglichkeit zur Verhaltensänderung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Spielerische Übungen</h3>



<p>Innerhalb der spielerischen übungen (Gruppen- und Paarspiele) werden folgende Themenbereiche behandelt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit.</li>



<li>Die Bedeutung von Körpersprache, Mimik und Gestik.</li>



<li>Die Wahrnehmung eigener und fremder Grenzen und der Individualität des persönlichen Sicherheitsabstandes.</li>



<li>Das Einfühlen in die Opfer- und Täterrolle.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#74"><small>74</small></a></li>
</ul>



<p>Die Möglichkeiten der Verhaltensänderungen können gegeben sein durch das Sammeln von Erfahrungen, durch Handlungen, durch Beobachtung, Übung, Training und Einsicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rollenspiel</h3>



<p>In Rollenspielen werden konkrete Konflikt-, Gewalt- und Bedrohungssituationen nachgespielt, die manche Teilnehmer entweder in der Vergangenheit erlebt haben oder zukünftig erleben könnten. Die Rollenspiele sollten zwecks eines besseren Transfers auf die jeweiligen Berufsbereiche, aus denen die Teilnehmer kommen oder in die sie gehen werden, ausgerichtet sein. Oftmals wird den Rollenspielen nachgesagt, dass sie keine wirklich reale Situation entstehen lassen können. Wer sich aber auf Rollenspiele einlässt, kann viele Erfahrungen über sein eigenes und fremdes Verhalten, über seine Wirkungen auf andere Menschen, seine mannigfaltigen Handlungsoptionen usw. sammeln. Zudem können verschiedene Lösungsmöglichkeiten in einem sicheren Rahmen praktisch erprobt werden. Im Anschluss findet immer eine Reflexion statt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#75"><small>75</small></a></p>



<p>Innerhalb der Rollenspiele besteht die Möglichkeit der Änderung des Verhaltens durch Übung und Training, Lernen am Modell, Sammeln von Erfahrungen durch Handlungen sowie Einsicht und Verstärkung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reflexion</h3>



<p>Jede übungseinheit im Deeskalationstraining wird ausgewertet. Wichtige Reflexionsthemen im Training sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Gründe und Hintergründe für eigene und fremde Verhaltensweisen.</li>



<li>Der interaktive Austausch darüber, was in den unterschiedlichen Rollen und übungen emotional oder kognitiv erfahren wurde.</li>



<li>Der Abgleich zwischen Selbst- und Fremdbild.</li>



<li>Die Benennung von unterschiedlichen Gefühlen und Reaktionen bei bewusst veränderten Handlungen.</li>



<li>Der Austausch über eigene Erkenntnisse und Einsichten.</li>



<li>Die Bewusstwerdung von eigenen Gefühlen, eigenen Bewertungen und eigenem Handeln.</li>



<li>Die Diskussion unterschiedlicher Sachverhalte, Meinungen oder Wahrnehmungen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#76"><small>76</small></a></li>
</ul>



<p>Die bestehenden Möglichkeiten der Verhaltensänderung innerhalb der Methode sind gegeben durch: positive oder negative Verstärkung, durch Feedback, Lernen durch Einsicht und durch Gespräche.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Feedback</h3>



<p>Eine in verschiedenen Konzepten oft nicht genannte, aber angewandte Methode ist die des Feedbacks. Es soll nicht nur ein Feedback gegeben, sondern auch angenommen werden. Einerseits kann ein Feedback dem Gegenüber vermitteln, welche Wirkung er auf andere Menschen hat. Andererseits kann jemand den übrigen Teilnehmern, aber auch dem Trainer vermitteln, welche momentanen Bedürfnisse bestehen. Zudem kann den Teilnehmern und auch dem Trainer mitgeteilt werden, welche Veränderungen im Verhalten des anderen die Zusammenarbeit erleichtern würde. Innerhalb der Feedbacks sollte von jedem beachtet werden, dass Ich-Botschaften verwendet werden, ausschließlich Verhaltensweisen, aber nicht die Person selbst kritisiert werden, Feedback willkommen ist, Anklagen und Verallgemeinerungen vermieden werden und es kurz, knapp und präzise ist.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#77"><small>77</small></a>&nbsp;Zudem sollte das Feedback in einer „Sandwichform“ vermittelt werden: Zuerst soll etwas Positives gesagt werden, dann kann Kritik geäußert werden und die abschließende Bemerkung sollte wieder etwas Positives beinhalten. Die Vorgehensweise gewährleistet, dass auch die positiven Bemerkungen gehört werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#78"><small>78</small></a></p>



<p>Die bestehende Möglichkeiten der Verhaltensänderung innerhalb dieser Methode sind gegeben durch: positive oder negative Verstärkung, Lernen durch Einsicht und durch Gespräche.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blitzlicht</h3>



<p>Zu erwähnen bleibt die Methode des Blitzlichtes. Im Blitzlicht teilen die Teilnehmer in zwei bis drei Sätzen ihre Befindlichkeit mit. Durch diese Methode kann immer wieder abgeglichen werden, ob Teilnehmer eine Pause benötigen oder ob eine dynamischere Einheit zur Aktivierung der Gruppe eingeschoben werden sollte.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#79"><small>79</small></a></p>



<p>Eine Möglichkeit der Verhaltensänderung besteht durch Einsicht und durch Gespräche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufgaben des Gruppenleiters</h2>



<p>In den vorangegangenen Kapiteln wurden alle theoretischen Wissensgrundlagen dargestellt, die die Arbeit mit Gruppen betreffen. Gegenstand des folgenden Teils sind die Aufgaben des Gruppenleiters. Seine Aufgaben schließen nicht nur die Vorbereitung und Planung eines Deeskalationstrainings mit ein, sondern auch die Durchführung und Auswertung. Eine intensive und umfassende Vorbereitung sichert den Erfolg des Deeskalationstrainings. Die Aufgaben wurden in die oben genannten drei Bereiche unterteilt, um einen besseren überblick zu ermöglichen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vorbereitung und Planung</h3>



<p>Im ersten Schritt sollte sich der Gruppenleiter mit seinen Qualifikationen, Interessen, Fähigkeiten, Vorerfahrungen und Vorstellungen auseinander setzen. Die Ergebnisse münden in die Entstehung seiner Angebotsidee. Nachfolgend muss er festlegen, mit welchen Zielgruppen er das Angebot durchführen kann und möchte, welche eigene Zielintention er dabei verfolgt, welche Rahmenbedingungen zur Umsetzung benötigt werden und ob er sich zur Planung und Umsetzung des Konzeptes in verschiedene theoretische Themenbereiche weiter einarbeiten muss.</p>



<p>Nach diesen überlegungen beginnt die intensive Beschäftigung mit der Zielgruppe. Der Trainer muss erheben, ob ein tatsächlicher Bedarf für die Zielgruppe besteht und &#8211; auch das ist wichtig &#8211; ob die Organisation, die für diese Zielgruppe zuständig ist, über finanzielle Ressourcen zur Bezahlung des Trainings verfügt. Durch die vorher eingeholten Informationen weiß der Trainer auch, mit welcher Institution er arbeiten würde, und ob er mit ihr zusammen arbeiten möchte (z.B. Leitbild der Einrichtung stimmt mit seinem überein).</p>



<p>Danach beginnt die Konzepterarbeitung, die als Grundlage für das Training verwendet wird und bei potentiellen Auftraggebern eingereicht werden kann.</p>



<p>Ein Gruppenleiter sollte sich im Vorfeld bewusst machen, ob er das Training alleine oder mit einer assistierenden Person durchführen möchte. Dabei ist nicht nur die individuelle Entscheidung ausschlaggebend, sondern auch die Finanzierbarkeit. Je nach Gruppengröße ist eine Zusammenarbeit im Team jedoch sehr sinnvoll. Der Partner kann den Leiter entlasten, indem er von außen die Gruppe beobachtet, kurzfristig seine Aufgaben übernimmt, eine Kleingruppe betreut, Auswertungen an dem Flipchart notiert oder in Konfliktsituationen unterstützend intervenieren kann.</p>



<p>Es gibt unterschiedliche Wege zur Herstellung eines Kontaktes zu potentiellen Auftraggebern. Die Auftraggeber können durch Mundpropaganda oder durch Werbung (Internetseite und Flyer) auf das Angebot aufmerksam werden.</p>



<p>Wenn bei einem potentiellen Auftraggeber Interesse besteht, sollte ein persönliches Gespräch stattfinden. Im persönlichen Gespräch sollte der Trainer die Ziele des Auftraggebers einholen, sie mit seinen abgleichen, die Rahmenbedingungen (z.B. Termin, Gruppengröße) besprechen, die finanzielle Seite klären und überprüfen, ob er im Bezug auf seine Vorstellungen und mit denen des potentiellen Kunden übereinkommt. Nur wenn eine übereinkunft erreicht werden kann, sollte ein Vertrag geschlossen werden. Der Gruppenleiter sollte mit der Institution überlegungen zur Auswertung seines Trainings durchführen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#80"><small>80</small></a></p>



<p>Im Gegensatz zu anderen Branchen ist der Abschluss eines schriftlichen Vertrages unüblich, auch wenn er mehr Sicherheit für beide Parteien gewährleisten würde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Durchführung</h3>



<p>Zuerst muss der Trainer mit der Gruppe die inhaltlichen Lernziele aushandeln, die vorher mit dem Auftraggeber vereinbarten Ziele vor der Gruppe vertreten und für eine transparente Konfliktlösung sorgen, falls Widersprüche in den Anliegen der Gruppe zum Auftraggeber bestehen. Das kann in einem Vorgespräch mit der Zielgruppe erfolgen.</p>



<p>Danach kann der Trainer den Ablauf erklären, und auf Verhaltens- und Kommunikationsregeln untereinander hinweisen.</p>



<p>Der Gruppenleiter hat in seinem Konzept einen roten Faden erarbeitet, der jedoch eher die Funktion eines Wegweisers erfüllt. Die Flexibilität im Umgang mit der Vorplanung ist gefordert und wichtig. Es können immer auch andere Facetten des Themas ersichtlich werden, die die Gruppe gerne bearbeiten möchte (z.B. Theorie kürzen, um weitere Rollenspiele durchzuführen).</p>



<p>In der Durchführung muss er alle unter Kapitel 4.2 geschilderten Aufgaben berücksichtigen.</p>



<p>Zudem sollte der Trainer sich in der Gruppe erkundigen, ob eventuell körperliche Einschränkungen bestehen, die z.B. eine Teilnahme an bewegungsintensiven Abschnitten erschweren könnten. Der Leiter sollte, gerade in Seminaren, die mögliche Stressfaktoren beinhalten und Krisen bei einzelnen Teilnehmern auslösen können, immer auf auffälliges Verhalten Einzelner achten (z.B. starre Körperhaltung, häufiges Raum verlassen) und intervenieren können. Die Methode des Blitzlichtes kann zur Erfragung der Teilnehmerbefindlichkeit genutzt werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#81"><small>81</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Auswertung</h3>



<p>Die Auswertung sollte einen Rückblick des Trainings, ein Feedback, eine Zielüberprüfung sowie eine Erfragung zu Anregungen und Kritik beinhalten. Der Abschluss des Trainings bedarf einer guten Vorplanung und eines guten Timings, um allen Bedürfnissen der Teilnehmer gerecht zu werden, wie bereits im Phasenmodell der Gruppendynamik beschrieben.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#82"><small>82</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>In der Arbeit mit Erwachsenengruppen sind vielfältige Wissensgrundlagen einzuholen und überlegungen durchzuführen. Auf dieser Grundlage wird die Gewährleistung eines erfolgreichen Trainings ermöglicht.</p>



<p>Das Lernen in Gruppen spricht verschiedene Perspektiven an. Gruppen bieten den Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten in diesem Bereich. Neben den generellen Lernmöglichkeiten der Gruppe werden im Deeskalationstraining die Verhaltensänderung und das ganzheitliche Lernen angesprochen. Das Lernen wird methodisch unterstützt. Der Trainer muss vielfältige Aufgaben vor bzw. wÄhrend des Trainings und innerhalb der Auswertung berücksichtigen und erfüllen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/gruppe/">4. Gruppe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<item>
		<title>3. Studierende im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/studierende-im-fachbereich-sozial-und-kulturwissenschaften/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 10:48:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Leitfaden ist für verschiedene Zielgruppen konzipiert worden. Die schriftliche Darstellung von Christian Otto berücksichtigt daher weder eine Darstellung der Zielgruppe der Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften noch eine genaue Bedingungsanalyse. Nachfolgend wird jetzt ein Teil der Bedingungsanalyse dargestellt. Da das Deeskalationstraining bereits zwei Mal mit Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/studierende-im-fachbereich-sozial-und-kulturwissenschaften/">3. Studierende im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[				<div class="wp-block-uagb-table-of-contents uagb-toc__align-left uagb-toc__columns-1  uagb-block-d7860b33      "
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							Seitenverzeichnis						</div>
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						<ol class="uagb-toc__list"><li class="uagb-toc__list"><a href="#fachbereich-sozial-und-kulturwissenschaften" class="uagb-toc-link__trigger">Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#studierende" class="uagb-toc-link__trigger">Studierende</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#praxiserfahrungen" class="uagb-toc-link__trigger">Praxiserfahrungen</a><li class="uagb-toc__list"><a href="#zusammenfassung" class="uagb-toc-link__trigger">Zusammenfassung</a></ol>					</div>
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<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Der Leitfaden ist für verschiedene Zielgruppen konzipiert worden. Die schriftliche Darstellung von Christian Otto berücksichtigt daher weder eine Darstellung der Zielgruppe der Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften noch eine genaue Bedingungsanalyse. Nachfolgend wird jetzt ein Teil der Bedingungsanalyse dargestellt.</p>



<p>Da das Deeskalationstraining bereits zwei Mal mit Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Fachhochschule Düsseldorf durchgeführt worden ist, wird das Konzept auf diese Zielgruppe ausgerichtet.</p>



<p>Eine Bedingungsanalyse ist hilfreich für die Vorbereitung des geplanten und reflektierten pädagogischen Arbeitens. Es umfasst einerseits das Sammeln, Bewerten und Ordnen von Informationen über die Zielgruppe. Andererseits sollen alle relevanten Komponenten und Faktoren untersucht werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#42"><small>42</small></a></p>



<p>Eine Bedingungsanalyse erfolgt bereits im Vorfeld einer möglichen Angebotsplanung, um unter anderem den tatsächlichen Bedarf, die Vorerfahrungen der Zielgruppe und die finanziellen Möglichkeiten abzuklären.</p>



<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Auf der Grundlage jener Informationen kann eine Zielformulierung entwickelt werden, welche im B-Teil dieser Arbeit wiedergegeben ist. Dort werden zudem auch die aus diesem Kapitel resultierenden Überlegungen genannt, welche sich für die praktische Planung des Deeskalationstrainings mit dieser Zielgruppe ergeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften</h2>



<p>Anbieter dieses Fachbereiches sind Fachhochschulen. Seit Ende der 90er Jahre werden die Fachhochschulen im internationalen Sprachgebrauch als Universities of Applied Sciences bezeichnet. Es gibt staatliche und private Hochschulen. Die staatlichen Hochschulen werden zu einem kaum nennenswerten Teil von staatlichen Geldern unterstützt und zu einem Promillesatz an den Gesamtaufwendungen der von öffentlichen Geldern gespeisten Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. Der finanzielle Etat der staatlichen Fachhochschulen ist daher eher als gering zu bezeichnen.</p>



<p>Die Fachhochschulen haben den bildungspolitischen Auftrag, praxisorientierte und wissenschaftliche Ausbildungsgänge anzubieten. Das Studium wird durch Praktika im Vorfeld, einem praktischen Studiensemester während des Studiums und durch praktisch orientierte Aufgabenstellungen (Studien- und Diplomarbeiten) charakterisiert.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#43"><small>43</small></a>&nbsp;Fachhochschulen sind somit praktischer orientiert als die Universitäten.</p>



<p>Im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften werden die Studiengänge Sozialarbeit und Sozialpädagogik angeboten. Abgeschlossen werden diese Studiengänge bisher noch mit einem Diplom.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#44"><small>44</small></a></p>



<p>Inhaltlich wird das Studium durch die Studienordnung der jeweiligen Fachhochschulen geregelt. Jede Fachhochschule entwickelt ein eigenes Vorlesungsverzeichnis mit den jeweiligen Seminarangeboten. In den Seminaren werden wissenschaftliche Grundlagen und Inhalte vermittelt, die für die Arbeit im sozialen Bereich relevant sind. Körperorientierte Seminare, die das eigene Erleben in bestimmten Situationen fördern, werden im Vergleich zu anderen Seminaren (z.B. Soziologie, Psychologie, Rechtswissenschaften usw.) in geringerer Anzahl angeboten (z.B. Seminare im Bereich Medienpädagogik und Methoden der Sozialarbeit).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#45"><small>45</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Studierende</h2>



<p>Für die Untersuchung der Zielgruppe werden zwei Evaluationen der Fachhochschule Düsseldorf als Grundlage verwendet.</p>



<p>Die erste Evaluation wurde im Sommersemester 2005 mit 106 Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften durchgeführt. Sie untersuchte die Einschätzungen der Studienbedingungen.</p>



<p>Die Evaluation hat unter anderem ergeben, dass:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>45,6% direkt nach dem Abitur studiert haben und</li>



<li>46,6% über die Fachhochschulreife (also vor Studienbeginn eine Ausbildung oder ein Praktikum absolviert haben) verfügten.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#46"><small>46</small></a></li>
</ul>



<p>Innerhalb der Zielgruppe bestehen folglich unterschiedliche individuelle Voraussetzungen im Hinblick auf Erfahrungen, Alter und Vorkenntnisse.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>34 % der befragten Studierenden finanzieren ihr Studium durch eigene Mittel</li>



<li>54,7% werden von den Eltern finanziell unterstützt</li>



<li>34,9 % erhalten BAföG (Doppelnennungen waren möglich).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#47"><small>47</small></a></li>
</ul>



<p>Die finanziellen Ressourcen der Studierenden sind als gering zu bezeichnen.</p>



<p>Die Studienplätze werden von der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) vergeben. Es ist also nicht gewährleistet, dass jeder Student einen Studienplatz am Wohnort erhält. Manche müssen für das Studium umziehen und sich in einem unbekannten Ort einleben.</p>



<p>Der Frauenanteil ist in diesem Studiengang sehr hoch.</p>



<p>Bei den Studierenden besteht folglich eine große Unterschiedlichkeit im Bezug auf die soziokulturellen Vorraussetzungen (wirtschaftliche Lage, soziale Bindungen, Bezugsgruppen etc.).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#48"><small>48</small></a></p>



<p>Die zweite Evaluation der Fachhochschule Düsseldorf, welche im Januar 2006 durchgeführt worden ist und die einerseits die Erwerbstätigkeit, andererseits die Zufriedenheit der Studierenden bezüglich der Angebote im Fachbereicht Sozial- und Kulturwissenschaften untersuchen sollte, hat ergeben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Studierenden wünschen sich eine größere Auswahlmöglichkeit im Bezug auf Seminare und mehr Praxisorientierung innerhalb der Seminare (14 Nennungen von 36).</li>



<li>Im Fach Psychologie wünschen sich 63,6 % der befragten Studierenden mehr Angebote.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#49"><small>49</small></a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Praxiserfahrungen</h2>



<p>Zur Untersuchung der Praxiserfahrungen der Zielgruppe wird nochmals die erste Evaluation der Fachhochschule Düsseldorf (2005) benannt.</p>



<p>Insgesamt verfügen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>16% der befragten Studierenden über eine Ausbildung als Erzieher. Sie haben bereits im sozialen Bereich gearbeitet und zumindest im Anerkennungsjahr praktische Erfahrungen im Hort, im Heim oder im Kindergarten sammeln können.</li>



<li>Der Rest der Befragten hat andere Berufsausbildungen abgeschlossen.</li>



<li>In diesen verschiedenen Arbeitsbereichen waren:</li>



<li>58,9 % bis zu 36 Monaten tätig.</li>



<li>der restliche Anteil der befragten Studierenden war zum Zeitpunkt der Umfrage bis zu 216 Monaten berufstätig.</li>
</ul>



<p>Es wurden folglich unterschiedliche Erfahrungen im beruflichen Bereich gesammelt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>73,2 % gaben an, dass sie zum Zeitpunkt der Befragung in einer sozialen Einrichtung tätig waren.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#50"><small>50</small></a> In welchem Bezug diese Tätigkeit stattfand (z.B. Praktikum) war für die Zielstellung der Evaluation nicht relevant.</li>
</ul>



<p>Das Studium an der Fachhochschule Düsseldorf beinhaltet ein 20 wöchiges Praxissemester, welches bei allen anerkannten Trägern des sozialen Arbeitsbereiches geleistet werden kann. Das vorher geforderte Anerkennungsjahr zum Abschluss des Studiums existiert nicht mehr.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#51"><small>51</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Die Zielgruppe verfügt über unterschiedliche soziokulturelle Voraussetzungen. Es bestehen sowohl Unterschiede in der Altersstruktur als auch innerhalb der persönlichen und praktischen Erfahrungen. Die Heterogenität der Zielgruppe wird deutlich.</p>



<p>Die finanziellen Ressourcen der Studierenden sind eher gering und können nicht der Finanzierung des Trainings dienen.</p>



<p>Die Studierenden wünschen sich mehr praxisbezogene Seminare.</p>



<p>Die Praxiszeit im Studium hat sich nach der Abschaffung des Anerkennungsjahres weiter reduziert. Die Studierenden können nur wenig Praxiserfahrung sammeln. Sie müssen jedoch direkt nach dem Studium die vollen Aufgaben eines Sozialpädagogen oder Sozialarbeiters übernehmen. Der Bedarf der Zielgruppe für eine Teilnahme an einem Deeskalationstraining kann folglich als gegeben betrachtet werden.</p>



<p>Da das Deeskalationstraining praktisch orientiert ist und die Fachhochschulen den bildungspolitischen Auftrag haben, praxisorientierte und wissenschaftliche Ausbildungsgänge anzubieten, könnte es an den Fachhochschulen angesiedelt werden. Die Einreichung eines Konzeptes könnte dazu dienen, das Thema an den Fachhochschulen bekannt zu machen und konkrete Angebote vorzulegen. Im eventuell nachfolgenden persönlichen Gespräch könnte geklärt werden, ob die Fachhochschulen den Bedarf erkennen und die Kosten übernehmen, falls finanzielle Ressourcen vorhanden sind. Da das Deeskalationstraining in dieser Zielgruppe noch nicht sehr bekannt ist, müssen Strategien entwickelt werden, wie die Zielgruppe über das Angebot informiert werden könnte.</p>
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		<title>2. Deeskalationstraining</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/deeskalationstraining/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 10:34:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Themenbereich des Deeskalationstrainings wurde in der schriftlichen Darstellung des Leitfadens nur kurz aufgeführt. Ein ausführliches und wissenschaftliches Konzept sollte alle wesentlichen Informationen, die zum Verständnis des Deeskalationstrainings beitragen, beinhalten. Was ist ein Deeskalationstraining Gewalt findet täglich in der Schule, am Arbeitsplatz, auf der Straße, in der Bahn usw. statt.2&#160;Vielen Menschen fehlt die Handlungsroutine, um [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[				<div class="wp-block-uagb-table-of-contents uagb-toc__align-left uagb-toc__columns-1  uagb-block-d7860b33      "
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<p style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50)">Der Themenbereich des Deeskalationstrainings wurde in der schriftlichen Darstellung des Leitfadens nur kurz aufgeführt. Ein ausführliches und wissenschaftliches Konzept sollte alle wesentlichen Informationen, die zum Verständnis des Deeskalationstrainings beitragen, beinhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist ein Deeskalationstraining</h2>



<p>Gewalt findet täglich in der Schule, am Arbeitsplatz, auf der Straße, in der Bahn usw. statt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#2"><small>2</small></a>&nbsp;Vielen Menschen fehlt die Handlungsroutine, um eigene Bedrohungssituationen zu bewältigen bzw. anderen Menschen, die sich in solchen Situationen befinden, effektiv und ohne Eigengefährdung helfen zu können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#3"><small>3</small></a>&nbsp;Wer Gewalt vermeiden, verhindern oder deeskalieren möchte, muss sich mit der Thematik, den Ursachen und der Wirkung von Gewalt auseinander setzen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#4"><small>4</small></a></p>



<p>Grundidee des Deeskalationstrainings ist, dass sich durch die frühzeitige, präventive Beschäftigung mit der Gewalt die Wahrscheinlichkeit einer der Situation angemessenen Verhaltensweise erhöhen kann.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#5"><small>5</small></a></p>



<p>Das Deeskalationstraining ist ein didaktisch-methodisches Lehrtraining, das mit Gruppen durchgeführt wird. Es ist ein handlungs- sowie bewegungsorientiertes Trainingsprogramm, welches sich aus knappen Theorieanteilen, praktischen Handlungs- und Trainingssequenzen und Reflexionseinheiten zusammensetzt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#6"><small>6</small></a>&nbsp;Im Mittelpunkt des Trainings steht der Wechsel zwischen Theorievermittlung und praktischen Trainingseinheiten. Jeder theoretische Baustein ist zwecks eines besseren Transfers an spielerische übungen bzw. an Rollenspiele gekoppelt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#7"><small>7</small></a>&nbsp;Zentrale Themen sind das Kennenlernen und Ausprobieren von konkreten Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen. Die Teilnehmer sollen lernen, diese Situationen so zu deeskalieren, dass sie weder sich noch andere Personen dabei in Gefahr bringen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#8"><small>8</small></a></p>



<p>Der Begriff der Deeskalation wird hier im Sinne von Verhinderung oder Unterbrechung direkter Gewaltausübung in Konflikt- und Gewaltsituationen verwendet. Es geht um die Abwendung von Schaden für die Konfliktparteien und auch für das unmittelbare Umfeld. Mit Eskalation ist hier die stufenweise Steigerung, Anfachung von Gewalt gemeint.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#9"><small>9</small></a></p>



<p>In den Trainings können ungewohnte Verhaltensweisen in einem geschützten Rahmen ausprobiert werden. Die Methode ermöglicht den Teilnehmern, ihre individuellen Verhaltensweisen für diese besonderen Situationen zu entdecken.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#10"><small>10</small></a></p>



<p>Jede Deeskalation ist personenabhängig, da Menschen in gleichen Situationen unterschiedlich reagieren und über unterschiedliche Erfahrungen und Ressourcen verfügen. Es gibt keine allgemein gültige Deeskalationsstrategie.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#11"><small>11</small></a></p>



<p>Das Deeskalationstraining hat sich aus den Trainings zum gewaltfreien Handeln und der konstruktiven Konfliktbearbeitung entwickelt, welche ihren Ursprung in den 50er und 60er Jahren in der Bürgerrechtsbewegung der USA finden. Diese Trainings verbreiteten sich erst in den 70er Jahren in Deutschland. Die Trainingskonzepte wurden in Deutschland methodisch weiterentwickelt. Seit Anfang der 90er Jahre werden in Deutschland Deeskalationstrainings angeboten und durchgeführt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#12"><small>12</small></a></p>



<p>Die Trainings sind in den großen Bereich der Gewaltprävention einzuordnen. Der Präventionsgedanke bedeutet im eigentlichen Wortsinn „etwas zuvor kommen“. Von den verschiedenen potentiellen Auftraggebern für Deeskalationstrainings ist erkannt worden, dass eine präventive Schulung von Mitarbeitern nicht nur Kosten senken, sondern auch größere Auswirkungen verhindern kann. Unterschieden wird in primäre (vorbeugend, bevor etwas geschieht), sekundäre (Arbeit mit Zielgruppen, die bereits auffällig geworden sind) und tertiäre (Verhinderung erneuter Gewalthandlungen) Gewaltprävention. Das Deeskalationstraining ist in den Bereich der primären Gewaltprävention einzuordnen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#13"><small>13</small></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Ziele des Deeskalationstrainings</h3>



<p>Es gibt für das Deeskalationstraining keine einheitlich formulierte und übergeordnete Zieldarstellung. Auch der Begriff des Deeskalationstrainings ist nicht geschützt. Jeder Anbieter fertigt in seiner jeweiligen Ausrichtung eigene Konzepte für seine Zielgruppe an. Daher soll nun ein überblick möglicher Ziele gegeben werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vermittlung von Strategien zum deeskalierenden und gewaltfreien Verhalten in Konflikt- und Bedrohungssituationen, um die Handlungskompetenz und das subjektive Sicherheitsgefühl der Teilnehmer zu verbessern.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#14"><small>14</small></a></li>



<li>Entwicklung eigener Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen, welche erprobt und transferiert werden sollen.</li>



<li>Vermittlung von Methodenrepertoires zur Gewaltprävention</li>



<li>Gewaltsituationen erkennen und benennen können.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#15"><small>15</small></a></li>



<li>Die Ausbildung und Verbesserung von eigenen Wahrnehmungskompetenzen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#16"><small>16</small></a></li>



<li>Die Reflexion des eigenen Umgangs mit Konflikten, Bedrohung und Gewalt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#17"><small>17</small></a></li>



<li>Stärkung der eigenen Persönlichkeit und der Sozialkompetenz.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#18"><small>18</small></a></li>
</ul>



<p>Die Inhalte der Trainings richten sich immer nach den Zielen und sollen deshalb nicht allgemein dargestellt werden. Eine Darstellung der Inhalte für dieses Konzept wird im B-Teil aufgeführt.</p>



<p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Zielgruppen</h3>



<p>Die Deeskalationstrainings werden für verschiedene Zielgruppen angeboten. Die Angebotsvielfalt berücksichtigt Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren und Mitarbeiter verschiedener (sozialer) Einrichtungen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#19"><small>19</small></a></p>



<p>Zur Zielgruppe gehören alle, die mit schwierigen und gewaltbereiten Menschen in Kontakt kommen oder mit ihnen arbeiten. Insgesamt werden der öffentliche, der private und der berufliche Bereich berücksichtigt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#20"><small>20</small></a></p>



<p>Die Zielgruppe der Studierenden im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften ist bisher noch relativ unberücksichtigt. In Deutschland wurden mit dieser Zielgruppe bislang nur Trainings von kostenlosen Anbietern durchgeführt. Beispiele sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Prof. Dr. Gerd Ferdinand Kirchhoff, der in der Fachhochschule Niederrhein im Rahmen eines Symposiums Trainings durchführte.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#21"><small>21</small></a></li>



<li>Der Deeskalationstrainer und Diplom Sozialpädagoge Christian Otto, der an der Fachhochschule Düsseldorf Studenten kostenlos trainierte.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Methoden des Deeskalationstrainings</h3>



<p>Die Methoden des Deeskalationstrainings sprechen das ganzheitliche Lernen der Teilnehmer an. Die Methoden sind in allen Leitfäden angegeben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wechsel von Plenums- und Kleingruppenarbeit</li>



<li>Informationsvermittlung</li>



<li>praktische Handlungs- und Trainingssequenzen (z.B. Rollenspiel, Partner- oder Gruppenspiele)</li>



<li>Reflexionseinheiten<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#22"><small>22</small></a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Verschiedene Anbieter von Deeskalationstrainings</h2>



<p>In der Einleitung wurde bereits erwähnt, dass es verschiedene Anbieter gibt, die mit ihren Trainings unterschiedliche Hauptziele verfolgen und damit auch bestimmte Zielgruppen erreichen wollen. Die Trainings werden nicht immer als Deeskalationstraining bezeichnet, sondern oft als Sicherheitstraining, Selbstbehauptungstraining<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#23"><small>23</small></a>&nbsp;und unter anderen Bezeichnungen ausgeschrieben. Bei der Einordnung ist eine genaue Betrachtung der Ziele und der Zielgruppe hilfreich.</p>



<p>Im Folgenden wird jeweils ein in diesem Bereich bekannter Hauptanbieter mit seiner speziellen Ausrichtung vorgestellt.</p>



<p>Die Gewaltakademie Villigst ist einer der bekanntesten Anbieter für Deeskalationstrainings. Sie ist eine Initiative des Villigster Deeskalationsteams Gewalt und Rassismus im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und ist dort organisatorisch und institutionell verwurzelt. Ihre Ausrichtung ist politisch orientiert. Die Gewaltakademie möchte durch Trainings mit Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenengruppen Gewalt und Rassismus in unserer Gesellschaft abbauen. Sie bilden auch Deeskalationstrainer aus.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#24"><small>24</small></a>&nbsp;<a href="http://deeskalation-jetzt.de/">Christian Otto ist ein Trainer der Gewaltakademie</a>.</p>



<p>Neben der Gewaltakademie ist die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ein weiterer großer Anbieter. Die AGDF ist ein eingetragener Verein, der christlich und friedenspolitisch motiviert ist.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#25"><small>25</small></a>&nbsp;Sie will durch Deeskalationstrainings gewaltfreie Auseinandersetzungsformen fördern.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#26"><small>26</small></a></p>



<p>Im Bereich für die soziale Arbeit wird der Hauptverband der Berufsgenossenschaften aufgeführt. Beim Hauptverband wurde mit Besorgnis die steigende Anzahl von Unfällen im Arbeitsbereich aufgrund von Aggression und Gewalt festgestellt. Ein von den Berufsgenossenschaften im sozialen Bereich angebotenes Deeskalationstraining heißt „Prävention und Intervention gegen Aggression und Gewalt in Betreuungsberufen“ (Piag-B).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#27"><small>27</small></a>&nbsp;Gewalttätige übergriffe am Arbeitsplatz gelten als Arbeitsunfall. Der Arbeitgeber ist gemäß Arbeitsschutzgesetz (§12 ArbSchG) verpflichtet, seine Mitarbeiter im Bereich Gesundheitsschutz zu unterweisen. Diese Unterweisung soll zu Beginn des Arbeitsverhältnisses erfolgen und in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#28"><small>28</small></a></p>



<p>Auch die Polizei bietet Deeskalationstrainings an. Im Anti-Gewalt-Projekt der Polizei Berlin wird der Umgang mit Gewalt im öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Schul- und Kindergartenbereich und in beruflichen Bereichen (Lehrer, Erzieher, Bankangestellte, Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen) trainiert.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#29"><small>29</small></a></p>



<p>In Zusammenarbeit von Schule und Polizei wurde in Ludwigshafen ein Deeskalationstraining aufgebaut und weiterentwickelt. Es ist nicht nur gewaltpräventiv, sondern auch kriminalpräventiv ausgerichtet. Das Training soll das Selbstvertrauen und die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern stärken.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#30"><small>30</small></a></p>



<p>Die Trainingsdauer der verschiedenen Anbieter variiert zwischen drei Stunden und mehreren Wochen. Als günstig haben sich eineinhalb bis drei Trainingstage herausgestellt. Der zeitliche Rahmen richtet sich immer nach den gewünschten Trainingsinhalten. Als Richtlinie für die Kosten können 400 bis 600 Euro pro Tag und pro Trainer angegeben werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#31">31</a>&nbsp;Die Gruppengrößen variieren zwischen mindestens acht Teilnehmern (nur ein Trainer)<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#32"><small>32</small></a>&nbsp;und höchstens 30 Teilnehmern (zwei Trainer).<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#33"><small>33</small></a></p>



<p>Ein Training sollte von einem speziell ausgebildeten Deeskalationstrainer durchgeführt werden, der bereits selber in dem Arbeitsbereich der Zielgruppe Erfahrungen gesammelt hat. Da der Begriff des Deeskalationstrainings bzw. des Deeskalationstrainers nicht rechtlich geschützt ist, können diese Trainings auch von nicht ausgebildeten Personen durchgeführt werden.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#34"><small>34</small></a></p>



<p>Diese oben genannten Anbieter haben den Bedarf für verschiedene Zielgruppen erkannt und ihre Angebote darauf ausgerichtet. Für die Gewaltprävention im Kinder- und Jugendbereich werden finanzielle Mittel vom Land und von den Kommunen zur Verfügung gestellt.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#35"><small>35</small></a>&nbsp;Institutionen und Organisationen finanzieren Fortbildungen für ihre Mitarbeiter, um diese auf Gewaltsituationen vorzubereiten.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#36"><small>36</small></a>&nbsp;In diesen Bereichen ist somit die Finanzierung für ein Deeskalationstraining gewährleistet.</p>



<p>Kritisch anzumerken ist, dass viele Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen den Begriff des Deeskalationstrainings nicht kennen und somit Schwierigkeiten haben, die Wichtigkeit einer Trainingsteilnahme zu erkennen oder anzuerkennen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#37"><small>37</small></a></p>



<p>Wie bereits im Kapitel 2.1.2 angedeutet, ist in Deutschland die Gruppe von Studierenden in sozialen Fachbereichen von diesen Anbietern noch nicht erfasst. Ein Grund dafür ist, dass es hier bisher keine Bereitstellung finanzieller Mittel gibt. Das mag daran liegen, dass die Wichtigkeit der Vorbereitung von Studierenden auf Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen noch nicht erkannt worden ist. Es kann aber auch, wie bereits im Bereich der Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen erwähnt, ein Unwissen über die Thematik sein.</p>



<p>In den USA wurde der Bedarf an Deeskalationstrainings für Studierende im sozialen Bereich bereits erkannt. Der Grund dafür war ein Vorfall, der sich 1992 an der Western Michigan University (WMU) ereignete. Eine Studentin wurde innerhalb eines Praktikums von einem klinisch kranken Klienten erstochen. Der Vorfall veranlasste die WMU, Deeskalationstrainings fest zu installieren.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#38"><small>38</small></a>&nbsp;Auch wenn dies ein sehr extremes Beispiel ist, wird deutlich, dass für Studierende im sozialen Bereich ein Bedarf für Deeskalationstrainings besteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grenzen des Deeskalationstrainings</h2>



<p>Das Deeskalationstraining kann auf mögliche Situationen vorbereiten. Es gibt jedoch keine Standardlösungen zur Deeskalation. Somit ist das Training keine Garantie, immer gewaltfrei und unverletzt aus schwierigen Situationen heraus zu gehen<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#39"><small>39</small></a>.</p>



<p>Grenzen des Deeskalationstrainings sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Geplante Gewalthandlungen können nur schwer deeskaliert werden. Mögliche Handlungsschritte der anderen Partei werden bereits vorausgesehen und in die Planung der Tat einbezogen.</li>



<li>Die agierende Person hat einen solch großen Kontrollverlust, so dass alle Interventionsmöglichkeiten nicht mehr greifen.</li>



<li>Die Gewaltdynamik ist bereits so groß, dass nur noch ein geschützter Rückzug möglich ist.</li>



<li>Zu viele agierende Personen sind beteiligt, so dass eine Deeskalation unmöglich wird.</li>
</ul>



<p>In diesen Fällen kann das Training nur die Grenzen aufzeigen und Handlungsmöglichkeiten empfehlen, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten (z.B. Polizei rufen).</p>



<p>Aus meiner bisherigen Praxiserfahrung<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#40"><small>40</small></a>&nbsp;möchte ich Folgendes ergänzen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Teilnahme an einem Training sollte immer auf der Grundlage der Freiwilligkeit erfolgen. Wenn etwa ein Arbeitgeber ein Deeskalationstraining nicht nur anbietet, sondern seine Mitarbeiter zur Teilnahme verpflichtet, schwindet die Motivation der Teilnehmer.</li>



<li>Zudem ist es wichtig, dass alle Methoden für ein ganzheitliches Lernen angewendet werden. Es gibt aber immer wieder große Abneigungen gegen Rollenspiele, welche ein zentraler Baustein des Trainings sind. Ohne sie können Gewaltsituationen nicht spielerisch nachempfunden und reflektiert werden.</li>



<li>Das Deeskalationstraining stellt keinen Therapieersatz dar. Teilnehmer, die ihr eigenes Aggressionspotential erforschen wollen, können nicht berücksichtigt werden. Zudem sind Deeskalationstrainer auch keine ausgebildeten Therapeuten.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Abgrenzung zum Anti-Aggressions-Training</h2>



<p>Wie bereits erwähnt, existieren sehr viele unterschiedliche Bezeichnungen für das Deeskalationstraining. Das Anti-Aggressions-Training wird häufig mit dem Deeskalationstraining verwechselt, obwohl es eine andere Zielsetzung verfolgt.</p>



<p>Das Anti- Aggressions-Training des Jugendamtes Düsseldorf wurde von der Jugendgerichtshilfe als Alternative zum Arrest entwickelt. An dem Training nehmen gewaltbereite Jugendliche (14-21 Jahre) aufgrund richterlicher Anordnung teil. Das Training umfasst 40 Stunden und erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Wochen. Obwohl das Anti-Aggressions-Training zum großen Teil die Methoden des Deeskalationstrainings verwendet, ist es deutlich von dessen Zielen zu unterscheiden. Zielsetzung des Anti-Aggressions-Trainings ist, den Jugendlichen zu helfen, ihre eigenen Aggressionen besser zu kontrollieren, sozial angemessen mit ihnen umzugehen und Verhaltensalternativen zu entwickeln.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#41"><small>41</small></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Ein Deeskalationstraining vermittelt Teilnehmern konkrete deeskalative Verhaltensmöglichkeiten im Bezug auf Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen. Es beinhaltet nicht nur eine theoretische Wissensvermittlung, sondern auch die praktische Anwendung in einem geschützten Rahmen. Die Teilnehmer werden zum eigenen Schutz präventiv auf Gewaltsituationen vorbereitet. Die Teilnahme an einem Deeskalationstraining ist keine Garantie dafür, jede Situation deeskalieren zu können und physisch sowie psychisch unversehrt zu bleiben.</p>



<p>Weder der Begriff des Deeskalationstrainings noch der des Deeskalationstrainers ist geschützt. Daher sollte zur Gewährleistung eines qualitativ hochwertigen Trainings darauf geachtet werden, dass der Trainer über eine Ausbildung verfügt.</p>



<p>Die Anzahl möglicher Zielgruppen ist sehr groß, da die Gewalt ein aktuelles Thema und tagtäglich in vielen Bereichen zu beobachten ist. Für viele Zielgruppen auch im sozialen Bereich ist der Bedarf erkannt worden, und Land, Kommune oder Arbeitgeber sorgen für die Finanzierung von Trainings.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/deeskalationstraining/">2. Deeskalationstraining</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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		<title>1. Theoretische Grundlagen</title>
		<link>https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/theoretische-grundlagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Link]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 10:30:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie des Deeskalationstrainings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu Beginn wird kurz dargestellt, welche Inhalte im A-Teil berücksichtigt werden. In dem Konzeptteil macht sich der Pädagoge kundig. Er setzt sich mit dem Thema auseinander, trägt Informationen zusammen und liest die relevante Literatur. Nachdem eine allgemeine Information stattgefunden hat, kann der Pädagoge dieses Wissen auf die konkrete Situation und auf die Zielgruppe übertragen.1 Wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-des-deeskalationstrainings/theoretische-grundlagen/">1. Theoretische Grundlagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deeskalation-jetzt.de">Christian Otto Deeskalationstraining</a>.</p>
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<p>Zu Beginn wird kurz dargestellt, welche Inhalte im A-Teil berücksichtigt werden. In dem Konzeptteil macht sich der Pädagoge kundig. Er setzt sich mit dem Thema auseinander, trägt Informationen zusammen und liest die relevante Literatur. Nachdem eine allgemeine Information stattgefunden hat, kann der Pädagoge dieses Wissen auf die konkrete Situation und auf die Zielgruppe übertragen.<a href="https://www.deeskalation-jetzt.de/theorie-deeskalationstraining/literaturverzeichnis.html#1"><small>1</small></a></p>



<p>Wie in der Gesamtreflexion des Leitfadens (siehe Anhang) festgestellt, sind die wissenschaftlichen Grundlagen nur kurz dargestellt, kurz erwähnt oder fehlen gar ganz. Somit stellt der Theorieteil in dieser Diplomarbeit bereits schon eine überarbeitung des Leitfadens dar.</p>



<p>In der praktischen Durchführung des Deeskalationstrainings (B-Teil) werden die im A-Teil dargestellten Grundlagen nicht gänzlich vermittelt. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind jedoch notwendig, um ein praktisches Deeskalationstraining mit der Ausrichtung auf eine bestimmte Zielgruppe zu entwickeln.</p>



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